Kinkels Woche:Visonen, ein Wahrzeichen und Metallica

Kinkels Woche : Von Visionen, Nudeln und einem Glockenspiel

Ein neues Wahrzeichen für den Kreis Düren, Messdiener-Nudeln und Rockmusik vom Glockenspiel – die Woche in der Lokalredaktion war wieder sehr abwechslungsreich. Aber lesen Sie selbst!

Die Diskussion um den „Eifel.Turm“, der an der B399 nahe dem Parkplatz Jägerhaus entstehen soll, hatte schon mächtig an Fahrt aufgenommen, da war über das Projekt des Künstlers Rainer Arke und seiner Mitstreiter vom Künstlerstammtisch des Vereins „HöhenArt“ noch so gut wie nichts bekannt. Trotzdem wurde kurz nachdem Landrat Wolfgang Spelthahn, Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch (beide CDU) und Rainer Arke denTurm auf der Tourismusmesse ITB in Berlin vorgestellt hatten schon Kritik laut, vor allem in den sozialen Netzwerken und vor allem deshalb, weil viele Menschen sich Sorgen gemacht haben, dass das grob geschätzt vier Millionen Euro teure Kulturdenkmal mit Steuergeldern aus dem Kreis Düren und der Gemeinde Hürtgenwald finanziert werden soll. Dem ist nicht so, vielmehr soll der „Eifel.Turm“ mit Fördermitteln des NRW-Heimatministeriums und Spenden finanziert werden. Das sind letztlich auch Steuergelder, aber eben keine, die im Kreis Düren oder in der Gemeinde Hürtgenwald anderweitig verwendet werden könnten. So oder so: Das Projekt steht noch ganz am Anfang, es gibt weder eine Statik, noch Berechnungen für Folgekosten oder gar eine Baugenehmigung. Arke selbst spricht von einer „Vision, mit der wir diesen Teil der Eifel weiterbringen möchten“. Visionen sind ja immer so eine Sache. Der berühmte Sozialdemokrat Helmut Schmidt hat bekanntermaßen einmal gesagt „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, aber ganz so streng möchte ich mit Herrn Arke und seinen Mitstreitern dann doch nicht sein. Hürtgenwald ist die Rureifelkommune, die sich in den vergangenen Jahren im Vergleich zu Nideggen und Heimbach touristisch am wenigsten entwickelt hat. Und als 2008 der Indemann entstanden ist, war der Widerstand auch groß. Und heute? Heute zählt der Indemann zu den fünf beliebtesten Ausflugszielen in NRW. Und eins ist auch klar: Die Region muss etwas tun, um für Urlauber und Ausflügler attraktiv zu bleiben. Eine schöne Landschaft allein reicht nicht.

Etwas tun ist auch das Stichwort von Manfred und Ursula Mathar aus Nideggen, die seit weit mehr als 20 Jahren die Messdiener der Pfarrgemeinde St. Clemens in Nideggen betreuen. Als die beiden die Gruppe übernommen haben, gab es vier Messdiener in der Eifelstadt, heute sind es 40. Vermutlich hat dieser Erfolg ganz viel mit Manfred und Ursula Mathar zu tun. Und mit den vielen Aktionen, die sie Jahr für Jahr für die Messdiener im Angebot haben. „Es ist schön, jungen Menschen etwas mit auf den Weg zu geben“, erklärt Ursula Mathar die Beweggründe für ihr Engagement. „Und da ist es auch völlig egal, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt.“ Oder wie viel Nudeln: Einmal im Jahr fahren die Nideggener Messdiener nämlich mit dem Fahrrad in einen großen Freizeitpark. Dort wird gezeltet und dort kocht Ursula Mathar immer die „Messdiener-Nudeln“ mit Ei, Speck, Ketchup und Zwiebeln. „Keine Ahnung, warum“, sagt sie und lacht. „Aber seit 20 Jahren unser beliebtestes Essen.“ Und ein paar Kilogramm Nudeln gehen dafür schon drauf.

Das Glockenspiel in der Dürener Annakirche ist etwas Besonderes – und das nicht nur, weil es zu den ältesten in ganz Deutschland zählt. Es ist auch deswegen spannend, weil es nicht nur Kirchenlieder spielen kann, sondern im Grunde alles, was Regionalkantor Hans-Josef Loevenich im Repertoire hat. Mir fallen da sehr spannende Titel ein. „Highway to hell“ von AC/DC zum Beispiel. Oder „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin. Schön wäre auch „For whom the bell tolls“ von Metallica. Falls Sie einen Wunschtitel haben – lassen Sie es mich bitte wissen.

Zu den Spielen der Powervolleys kamen in der vergangenen Saison im Schnitt 1600 Zuschauer. Foto: Sandra Kinkel

2043 Volleyballfans waren beim Halbfinal-Play-off der „Ladies in Black“ – und das obwohl Aachens Damen-Bundesligist im 50 Kilometer entfernten, belgischen Masseik spielt, weil es zu Hause keine passende Halle gibt. 2043 Fans – das ist richtig viel. Bei den Dürener Powervolleys waren in der vergangenen Saison nur einmal beim Heispiel gegen die Hypo Tirol Alpenvolley mehr als 2000 Zuschauer, genauer gesagt 2100. Im Schnitt waren in der vergangenen Saison aber rund 1600 Fans pro Heimspiel in der Arena Kreis Düren. Und das ist auch ganz schön viel. Mit fällt keine andere Veranstaltung an der Rur ein, die regelmäßig so viele Zuschauer anlockt wie die Volleyball-Bundesligaspiele. Bis Oktober ist in Sachen Volleyball jetzt erst einmal Pause, aber trotzdem muss keiner auf sportliche Großveranstaltungen verzichten. Für das Fußballspiel des 1. FC Düren gegen Alemannia Aachen im Pokal-Halbfinale des Fußballverbandes Mittelrhein sind schon mehr als 2000 Eintrittskarten verkauft. Spricht für ein großes und hoffentlich friedliches Fußballfest am 1. Mai an der alt-ehrwürdigen Westkampfbahn.

Frohe Ostern – solche große Oster-Deko wie an diesem Haus in der Boisdorfer Siedlung in Düren ist eher ungewöhnlich. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Überdimensionale Weihnachtsdekoration ist ja keine Seltenheit mehr, überdimensionale Osterdeko ist mir aber bisher noch nicht aufgefallen. Aber es gibt sie. In der Boisdorfer Siedlung hängt an einem Haus eine überdimensionale Fahne mit zwei Osterhäschen drauf und wünscht ein frohes Osterfest.

Und das wünsch ich Ihnen auch – mit viel Sonne und noch mehr guter Laune. Falls Sie ein bisschen Zeit haben, schicken Sie mir Anregungen, Kritik und Lob gerne per Mail. Ich freue mich!

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