Kinkels Woche: Nibirii-Festival, Kuchen-Feiertage und Geschenke

Kinkels Woche : Von Ravern, Apfelkuchen und Vatertags-Geschenken

Streitbare Bürger, ein Ort, der freiwillig umsiedeln wollte und Kinder, die ihre Väter um den kleinen Finger wickeln - trotz Feiertag war die Woche in der Dürener Lokalredaktion wieder ganz schön spannend. Aber lesen Sie selbst! Und wenn Sie ein leckeres Rezept für Erdbeer-Rhabarberkuchen kennen – her damit! Bitte!

Die Europawahl ist Geschichte, und es sind zwei Zahlen, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Außer in der Stadt Düren (51,73 Prozent) lag die Wahlbeteiligung überall im Kreis deutlich über 60 Prozent. Das ist gut, sehr gut sogar, weil es zeigt, dass die Menschen wissen, wie wichtig Europa für uns ist. Jedenfalls die meisten, denn die zweite Zahl ist sehr erschreckend. Im Wahlkreis Nörvenich-Mitte haben mehr als 20 Prozent aller Wähler ihr Kreuzchen bei der AfD gemacht – genau 20,22 Prozent. Es ist nicht das erste Mal, dass die Neffeltalgemeinde bei Wahlen diesen traurigen Spitzenplatz im Kreis einnimmt. Schon bei den Bundestagswahlen vor zwei Jahren holte die AfD in Nörvenich-Mitte 17,45 Prozent. Damals hat Nörvenichs Beigeordneter Michael Reutter von einem „überraschenden Ergebnis“ gesprochen. Eine Erklärung hatte er nicht. Und auch Bürgermeister Dr. Timo Czech wollte das AfD-Ergebnis der Europawahl vom vergangenen Sonntag nicht kommentieren oder deuten. „Das müssen die Europapolitiker machen“, hat er gesagt. „Nicht wir Kommunalpolitiker.“ Macht Czech es sich da vielleicht ein bisschen zu einfach? Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass viele Menschen ganz offensichtlich das Vertrauen in die Politik verloren haben, vor allem auch in die Politik der beiden großen (ehemaligen) Volksparteien. Und es ist zu befürchten, dass das nicht nur auf europäischer Ebene so ist. Ist es da nicht auch Aufgabe von Kommunalpolitikern, nach Lösungen zu suchen und klar Stellung zu beziehen?

Umsiedlungen von Dörfern sind gerade in unserer Region keine Seltenheit, der Tagebau lässt grüßen. Dass aber ein ganzes Dorf freiwillig für seine Umsiedlung kämpft, ist zumindest in Nordrhein-Westfalen ein bisher einmaliger Vorgang. Weil die Menschen in Oberbolheim unmittelbar in der Einflugschneise vom Fliegerhorst Nörvenich lagen, haben sie mit Demonstrationen in Bonn, einem kämpferischen Ortsbürgermeister und einer boykottierten Landtagswahl so viel Lärm gemacht, dass das Verteidigungsministerium ihnen schließlich den Umzug finanziert hat. Das ist genau 50 Jahre her und wird morgen mit einer kleinen Feierstunde im neuen Oberbolheim gewürdigt. Schön, dass die Menschen sich mittlerweile in ihrem Dorf wieder wohlfühlen, und schön, dass sie mit dem Fliegerhorst Frieden geschlossen haben.

Ab heute gilt in der Dürener Innenstadt ein Alkoholverbot. Alkohol darf dann nur noch in Gaststätten getrunken werden und bei Stadtfesten in der City, zum Beispiel dem Schlemmermarkt und dem Biermarkt, der am Pfingstwochenende wieder stattfindet. Gleichzeitig soll eine sozialpädagogische Betreuung derer eingerichtet werden, die im Augenblick gerne mal auf dem Kaiserplatz sitzen und Alkohol konsumieren. Sicher – Anwohner, Besucher der Innenstadt und Geschäftsleute haben sich immer über die alkoholisierten und häufig pöbelnden Gruppen beschwert. Nur: Die ersetzen wegen eines Alkoholverbotes nicht plötzlich Bier mit Apfelsaft. Das Verbot löst das Problem in keinster Weise. Es verlagert es nur.

Rund um den Badesee herrscht am Samstag Ausnahmezustand: Rund 15.000 Fans elektronischer Musik werden zum „Nibirii“-Festival erwartete. Es gibt drei Bühnen, 30 DJs, Menschen, die Yoga-Kurse anbieten, und Tätowierer, die den Techno-Fans zu einer bleibenden Erinnerung verhelfen. 15 Stunden lang soll das Spektakel dauern. Also, wenn Sie irgendwo in der Nähe des Sees laute Bässe hören – die Raver sind da.

Dass der Mittwoch dieser Woche sich wie ein Freitag und der Freitag sich wie ein Montag angefühlt hat, geschenkt. Der freie Donnerstag bei schönem Wetter hat Spaß gemacht. Die Kollegen aus dem Testosteron-Zimmer haben von ihren Vatertagsgeschenken berichtet, von wertschätzenden Briefen und einer neuen Tasse zum Beispiel. Besonders gut hat mir ein Bild mit folgendem Satz gefallen, das es ebenfalls zum Vatertag gab: „Jeder kann ein Vater sein, doch nur jemand ganz Besonderes ist mein Papa.“ Schön, oder?

Es gibt Kollegen, die werfen mir „Back-Wahn“ vor, und daran sind diesmal die beiden Kolleginnen aus dem rosa Salon. Die Kollegin, die mir gegenüber sitzt, hat jedenfalls herausgefunden, dass es Kuchengedenktage gibt. Und die feiern wir seitdem mit etwas Selbstgebackenem. Am 13. Mai war „Tag des Apfelkuchens“. Und am 4. Juni „Tag des Kirsch-Blechkuchens“. Weil es bisher noch keinen „Tag des Stachelbeerbaisers“ gab, das aber der Lieblingskuchen der anderen Kollegin ist, haben wir dazu kurzerhand den 28. Mai erklärt. Warum ich Ihnen das erzähle? Weil ich Hilfe brauche: Am 9. Juni ist „Tag des Erdbeer-Rhabarberkuchens“. Und mir fehlt noch ein möglichst unkompliziertes Rezept. Falls Sie eines kennen,  schicken Sie mir bitte eine Mail. Ich revanchiere mich auch mit einem Foto. Vom Back-Ergebnis.

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