Düren: Kinderzug: Die Idee des Straßenkarnevals verbreiten

Düren: Kinderzug: Die Idee des Straßenkarnevals verbreiten

„Wenn ich etwas möchte, dann mache ich mir zunächst keine großen Gedanken darüber, ob es klappt.“ Zumindest in Sachen Dürener Kinderkarnevalszug hat diese Haltung von Michael Linn (57) bestens funktioniert.

Als er bei der Jahreshauptversammlung des Festkomitees Dürener Karneval von acht Jahren gemeinsam mit seiner Frau Renate zum Dürener Prinzenpaar gewählt wurde, wollte er in seiner Session etwas ganz Besonderes machen. „Und während einer Autofahrt ist mir eingefallen, dass es in Düren keinen Kinderkarnevalszug gibt. So ist die Idee geboren.“

Eigentlich hatte Linn sich damals überlegt, der Kinderzug sei für ihn und seine Frau eine einmalige „Organisations-Sache“. „Diese Aufgabe wollten wir eigentlich von Prinzenpaar zu Prinzenpaar weitergeben. Aber uns ist dann doch ziemlich schnell klar geworden, dass das wohl nicht funktionieren wird. Und da haben wir den Verein ‚Kinderkarnevalszug‘ gegründet.“

Im ersten Jahr ist der Kinderzug im November gegangen, Michael und Renate Linn wollten damit eigentlich die Dürener Sessionseröffnung aufwerten. „Damals hat es Ärger gegeben“, so Michael Linn. „Vor allem auch mit den Vertretern der Kirchen. Und deswegen haben wir uns gemeinsam auf den letzten Sonntag im Januar geeinigt.“ Finanziert wird das närrische Treiben, bei dem auch 20 Musikkapellen durch die Straßen ziehen, übrigens ausschließlich durch Spenden. „Der Zug“, sagt Michael Linn, „kostet um die 13.000 Euro.“

Begeisterter Gladbach-Fan

Als er den Kinderzug vor acht Jahren ins Leben gerufen hat, hatte er auch die Idee, damit Kinder schon früh an eine andere Art von Straßenkarneval zu gewöhnen. „Damit sie im Teenageralter mit Karneval eben nicht nur Alkohol und Party verbinden.“ Ob das wirklich gelingen würde, und der Kinderzug tatsächlich diese nachhaltige Wirkung habe, so Linn, könne er schwer beurteilen.

„Aber wenn man gar nichts tut, kann man auch nichts erwarten. Dann ändert sich garantiert nichts.“ Wenn neben dem Kinderkarnevalszug und dem Beruf noch Zeit bleibt, ist Michael Linn gerne als Büttenredner unterwegs — bei seiner Heimat-Gesellschaft, den Grieläächern aus Birkesdorf. Neben dem Karneval ist Linn Fußball-Fan. Und gemeinsam mit seinen Söhnen alle zwei Wochen im Stadion zu finden — in der Nordkurve von Borussia Mönchengladbach.