Düren: Kinder der Stadtmauer-AG entwickeln eine Smartphone-App

Düren: Kinder der Stadtmauer-AG entwickeln eine Smartphone-App

„Unser Schulhof ist etwas ganz besonderes“, sagt Johanna Wergen. „Wir haben ein Stück alte Stadtmauer und zwei Türme. Das gibt es sonst nirgendwo in Düren.“ Johanna ist eine von rund 20 Jugendlichen, die bei der Stadtmauer-AG des Stiftischen Gymnasiums mitmachen.

Die AG hat Geschichtslehrer Dr. Achim Jaeger vor 14 Jahren ins Leben gerufen. In diesem Schulhalbjahr arbeiten die Kinder an einem besonderen Projekt mit dem Stadtmuseum Düren. Die Schüler erarbeiten eine eigene Stadtmauer-App für Smartphone und Tablet, die rechtzeitig zum „Tag des Denkmals“ am 9. September online gehen soll. Ab dann kann man sie sich kostenlos aus dem Internet runterladen.

„Wir überlegen schon lange“, sagt Anne Krings, Leiterin des Dürener Stadtmuseums, inwieweit eine Zusammenarbeit zwischen der Stadtmauer-AG und unserem Museum möglich ist.“ Als die 36-Jährige auf das Programm „biparcours“ im Netz aufmerksam geworden ist, mit dem Schulen und Museen Apps erstellen können, war die Idee für die Kooperation geboren.

„Junges Medium“

„So eine App ist ein junges und frisches Medium, mit dem Kinder und Jugendliche gerne arbeiten. Papier und Stift begeistern heutzutage eher weniger.“ Die Jungen und Mädchen der Stadtmauer-AG haben sich um den Inhalt der App gekümmert, Anna Krings und das Team des Stadtmuseums sorgen für die technische Umsetzung. „Eine gute App“, sagt Markus Voth (17), „darf nicht zu textlastig sein und muss viele Bilder enthalten.“ „Außerdem“, ergänzt Jonas Heimbach (17), „soll sie natürlich schon informativ sein. Die Texte müssen kurz und einfach zu verstehen sein.“

Anhand der neuen App sollen die User an den Resten der Dürener Stadtmauer entlang laufen, an einigen Stellen Fragen beantworten und bei der Gelegenheit Wissenswertes über die Stadtmauer erfahren. „Die Fragen“, erklärt Anne Krings, „sind so gestellt, dass man kein Vorwissen braucht, um die richtige Antwort zu finden.“ Zum Beispiel wird an einer bestimmten Stelle der Stadtmauer nach der Zahl der Schießschachte gefragt. „Wer genau hinschaut und gut beobachtet“, sagt Anne Krings, „kann die Fragen auch beantworten.“

Eigene Skizze

Ibucan Cokgezen (12) hat sich schon immer für Geschichte interessiert, die Stadtmauer findet er besonders spannend. „Das ist eines der ältesten Denkmale, die es in Düren gibt“, sagt der Sechstklässler. „Ich finde, darüber sollten sich alle Leute, die hier wohnen, informieren.“ Ibucan, der für die App sowohl Texte als auch auch Fotos beigesteuert hat und derzeit noch an einer handgezeichneten Skizze von der Stadtmauer arbeitet, glaubt, dass die digitale Rallye nicht nur für Kinder und Jugendliche interessant ist.

„Das können sich auch Erwachsene angucken“, sagt er. „Zum Beispiel, wenn sie neu nach Düren kommen und wissen wollen, was es hier alles so gibt.“ Denn eins ist auch klar: Natürlich kann man die Rallye auch machen, ohne an den Resten der Stadtmauer vorbeizulaufen. „Das geht“, sagt Ibucan. „Weil in unserer App ja auch sehr viele Fotos sein werden. Aber es ist natürlich besser, man guckt sich die Mauer auch wirklich an.“ Amina Schöller glaubt, dass eine App für Kinder und Jugendliche viel ansprechender ist als ein Buch. „Ich denke, dass es mehr Spaß macht, mit Hilfe der App etwas über die Geschichte zu lernen. Das ist einfach moderner.“

Wenn die Stadtmauer-App im September zuerst beim „Tag des Denkmals“ und eine Woche später beim Schulfest des Stiftischen Gymnasiums präsentiert wird, werden auch rund 25 Fotos gezeigt, die im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Stadtmuseum und Stadtmauer-AG entstanden sind. Anne Krings: „Einige der Schüler haben wirklich ein sehr gutes fotografisches Auge bewiesen. Die Bilder gefallen uns so gut, dass wir sie unbedingt in Düren zeigen wollen. Zwei Ausstellungsräume stehen auch schon fest: Auf jeden Fall werden die Arbeiten im Stadtmuseum an der Arnoldsweilerstraße und in der Stadtbücherei im Haus der Stadt gezeigt.

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