Kreis Düren: Keine Wunder vollbracht, aber viele Talente entdeckt

Kreis Düren: Keine Wunder vollbracht, aber viele Talente entdeckt

Die Namen sorgen in der Fußball-Bundesliga für Furore. Christoph Moritz von Viktoria Arnoldsweiler spielt heute für Schalke 04, Deniz Naki hat das Kicken beim FC Niederau gelernt und ist jetzt für den FC St. Pauli aktiv.

Stephan Salger stammt aus den Reihen des GFC Düren und spielt jetzt für den FC Köln. Alle drei haben den Sprung in die höchste Klasse geschafft. Sie gehörten auch zu den ersten Jahrgängen, die zusätzlich zum Vereinstraining noch den DFB-Stützpunkt in Echtz besucht haben. „Die Liste von guten Fußballern, die bei uns waren, ist noch viel länger”, berichtet Winfried Ronig, einer der vier Trainer des Stützpunktes. Patrick Koronkiewicz von Bayer Leverkusen ist U20-Nationalspieler, Tim Krumpen gehört als Torwart mittlerweile dem Zweitliga-Kader von Alemannia Aachen an, Narciso Lubasa ist auf dem Sprung dorthin, Robert Leipertz ist Kapitän der U19 der Schwarz-Gelben.

„Dazu kommt noch eine große Zahl von Fußballern, die den Sprung ganz nach oben noch nicht geschafft haben, die aber jetzt bei den guten Amateurklubs der Region spielen”, so Ronig. Im Moment werden die Jahrgänge 1996 bis 1999 ein Mal pro Woche in Echtz zusammen gezogen. Vor kurzem haben sich die neun Kreise des Fußball-Verbandes Mittelrhein zum Vergleich getroffen. Und Düren hat am besten abgeschnitten.

Der 97er-Jahrgang gewann das Turnier, die Dürener Fußballer aus den Jahrgängen 1997 und 1999 scheiterten erst im Finale, lediglich für den Jahrgang 1998 war in der Vorrunde Schluss. „Für einen kleinen Kreis wie Düren ist das ein sehr beachtliches Ergebnis”, deutete Ronig an, dass andere Kreise quantitativ mehr Vereine und Spieler zur Auswahl haben. Nach einer Sichtung im Sommer werden die Auswahl-Teams zusammen gestellt. „Eines kann man sagen: Unsere Talent-Sichtung funktioniert gut”, so Ronig. Die Trainer des Stützpunktes sind Josef Spilles (Jahrgang 1996), Rolf Hamboch (1997), Winfried Ronig (1998) und Dirk Budinger (1999).

Wunderdinge vollbringen kann aber auch der Stützpunkt nicht. Denn in dem Alter, in dem die Spieler in Echtz trainieren, sei noch nicht absehbar, ob der Sprung nach ganz oben gelingt. „Ein Christoph Moritz war technisch nicht überdurchschnittlich begabt. Dafür aber läuferisch und strategisch”, so Ronig über den U21-Nationalspieler von Schalke. Zudem sei Können nicht alles. „Es gehört ganz einfach das Glück dazu, dass ein Spieler zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und dort vom richtigen Trainer gesehen wird”, erklärte der Mann mit der Trainer-A-Lizenz.

Zusatztraining für die Nachwuchs-Talente

Das DFB-Stützpunkt-Programm startete 2001. Auslöser war das schwache Abschneiden der Nationalmannschaft bei der EM 2000 und die Befürchtung, der deutsche Nachwuchs sei im internationalen Vergleich zu schwach.

In jedem Fußballkreis der Republik wurde ein Stützpunkt eingerichtet, der ein Mal pro Woche ein Zusatztraining für die Talente anbietet, die nicht in den Nachwuchs-Abteilungen von Profi-Vereinen spielen. Im Kreis Düren stammen die meisten Talente aus den Reihen des FC Niederau. Die Stützpunkte werden regelmäßig von den Profi-Vereinen beobachtet und können so auch ein Sprungbrett sein.

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