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Gutscheine als Geschenk: Keine Tafel-Weihnachtskisten in Düren

Gutscheine als Geschenk : Keine Tafel-Weihnachtskisten in Düren

In Düren wird es in diesem Jahr keine Weihnachtskisten-Aktion der Tafel geben. Schuld ist die Corona-Pandemie. Die Tafeln in Jülich und Langerwehe wollen dagegen an der beliebten Aktion festhalten.

„Wir müssen die Gesundheit unserer Kunden, aber auch die unserer Mitarbeiter schützen“, sagt Edith Becker, Vorsitzende der Dürener Tafel. „Und deswegen ist eine Ausgabe von rund 800 Weihnachtskisten, wie wir sie in den vergangenen Jahren in der Arena Kreis Düren gemacht haben, unter Corona-Bedingungen leider nicht möglich.“ Der Entschluss, auf ihre Weihnachtskisten-Aktion zu verzichten, ist den Verantwortlichen der Dürener Tafel nicht leicht gefallen. Immerhin: Leer ausgehen sollen die Tafelkunden trotzdem nicht. Geplant ist, dass sie Gutscheine  bekommen.

Kein Spuckschutz

„Wir arbeiten in unserer Ausgabestelle mit einem Spuckschutz. Den können wir aber in der Arena für einen einzigen Termin nicht installieren“, erklärt Becker. „Und wir können auch nicht sicherstellen, dass am Abholtag alle Abstandsregeln eingehalten werden. Das ist einfach zu gefährlich.“ Deswegen habe man sich entschlossen, ähnlich wie die Tafeln in Stolberg und Eschweiler, Gutscheine zu verteilen. „Wir bitten die Menschen, die uns sonst mit einer liebevoll gepackten Weihnachtskiste unterstützt haben, in diesem Jahr einen Gutschein von einem Supermarkt, einer Metzgerei oder einem Bäcker zu bringen.“ Denkbar, ergänzt die Tafel-Vorsitzende, sei auch, Geld zu spenden. „Wir sehen keine andere Möglichkeit“, betont Becker. „Ich denke aber, dass diese Entscheidung bei Kunden wie Spendern gleichermaßen auf Verständnis stoßen wird.“ Bis zum 12. Dezember können die Gutschein- oder Geldgeschenke bei der Dürener Tafel abgegeben werden. „Und wir geben sie in der Woche vor Weihnachten an die Kunden weiter.“

Wertschätzung

„Wir wollen alles dafür tun, um auch im Corona-Jahr eine Weihnachtskistenaktion durchzuführen“, sagt Maria Güldenberg, Vorsitzende der Jülicher Tafel und erklärt auch gleich warum. „Ich glaube, dass die Weihnachtskisten für Kunden und Spender gleichermaßen wichtig sind. Sie vermitteln auch ein großes Stück Wertschätzung. Das ist etwas anderes, als Geld oder Gutscheine zu spenden.“ Natürlich haben auch die Verantwortlichen der Jülicher Tafel die Infektionszahlen im Blick. „Die Weihnachtskistenaktion ist im Kulturbahnhof“, sagt Güldenberg. „Und fest steht, dass die Ausgabe der Pakete auf jeden Fall an zwei Tagen stattfinden wird und unsere Kunden einen festen Abgabetermin bekommen. So wollen wir verhindern, dass es zu voll wird.“ Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, müsse man gegebenenfalls neu überlegen, ergänzt Güldenberg. „Wir fahren auf Sicht, aber anders geht es im Augenblick nicht.“

Auch Ursula Schober, Vorsitzende der Langerweher Tafel, glaubt, dass die Weihnachtskistenaktion in Zeiten der Pandemie möglich ist. „Ich bin kein Freund von Gutscheinen oder Geldspenden. Die Weihnachtskisten vermitteln unseren Kunden das Gefühl, dass ihnen jemand ein echtes Weihnachtsgeschenk machen will. Das darf nicht unterschätzt werden.“

Hinzu kommt, dass die Langerweher Tafel, die auch viele Kunden in der Gemeinde Inden versorgt, mit Silke Junggeburth und ihrer Hilfsaktion „Wünsche werden wahr“ zusammenarbeitet. Kinder von Tafelkunden können sich für maximal 20 Euro etwas wünschen. Schober: „Die Geschenke hat es dann gemeinsam mit den Tafel-Kisten gegeben. Das geht nur persönlich.“ In Langerwehe findet die Ab-und Ausgabe der Kisten im Pfarrheim statt – mit Maskenpflicht, Termin und Hygienekonzept. Ursula Schober hält es sogar für denkbar, die Weihnachtskisten draußen abzugeben. „Wir verteilen im Schnitt 120 Pakete“, sagt sie. „Zur Not müssen wir die den Menschen vor dem Pfarrheim überreichen.“ Wenn alle Stricke reißen, ergänzt Schober, könnten die Kisten auch zu den normalen Öffnungszeiten der Tafel an die Kunden verteilt werden.