Nideggen: Keine erhöhten Schadstoffe in der Raumluft der Schulen

Nideggen: Keine erhöhten Schadstoffe in der Raumluft der Schulen

Seit zehn Jahren wird in Nideggen ein erbitterter Streit ausgefochten: Gibt es in den Räumen von Grund- und Realschule für den Menschen gefährliche Substanzen, die die Gesundheit schädigen?

Der Streit ist seit Donnerstag beigelegt und die Antwort lautet: Nein. Mit einer Einschränkung.

Seit dem Jahr 2001 wurde immer wieder die Raumluft in beiden Schulen untersucht, die derzeit von zusammen 573 Schülern besucht werden. Mit den unterschiedlichsten Ergebnissen, die dann auch noch unterschiedlich interpretiert wurden. Nach neuerlichen Klagen einer Lehrerin der Grundschule im vergangenen Jahr hatte sich Bürgermeisterin Margit Göckemeyer entschieden, alte Interessensgruppen an einen Tisch zu holen, um die nach wie vor offene Frage, ob es in der Raumluft Schadstoffe gibt, abschließend, aber vor allem einvernehmlich zu klären.

Ende April hat das Bremer Umweltinstitut erneut Messungen in den Schulen durchgeführt. Das Ergebnis: Alle Grenzwerte werden unterschritten - untersucht wurden immerhin 200 Stoffe. „Die Raumluftwerte sind insgesamt vorbildlich”, sagt Jürgen Karger vom Unternehmen Nora Systems, das Ende der 1990er Jahre in den Schulen Kautschukbodenbeläge verlegt hatte, die in früheren Untersuchungen für eine mögliche Schadstoffbelastung mit verantwortlich gemacht wurden.

„Die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchungen sind für uns sehr beruhigend”, sagt Bürgermeisterin Margit Göckemeyer. Allerdings fällt ein Wert im Rahmen der neuerlichen Untersuchungen aus dem Rahmen. In vier von sieben untersuchten Räumen wurde eine erhöhte Konzentration von Dichlormethan gemessen. Ein Stoff, der sich vorwiegend in Klebern findet. „Auch für diesen Stoff werden die Grenzwerte eindeutig unterschritten. Trotzdem möchten wir der Ursache auf den Grund gehen”, so Göckemeyer. Karger: „Die Auffälligkeit in diesem Fall ist, dass ein flüchtiger Stoff überhaupt da ist - trotz Belüftung.”

Die Experten stehen auch deshalb vor einem Rätsel, weil Dichlormethan nur in einzelnen Räumen nachgewiesen werden konnte, alle Räume von der Bausubstanz aber einheitlich sind. Selbst in Bodenproben konnte der flüchtige Stoff nachgewiesen werden, obwohl er in diesen ursprünglich nicht drin war. Mit Ausschlussuntersuchungen will man nun die Suche nach der Quelle aufnehmen. So soll ein Raum komplett leer geräumt und dann erneut gemessen werden. Ist die Quelle dann noch nicht entdeckt, müssen Decken und Böden entfernt werden. Nicht ausschließen können die Experten, dass die Stoffe von außen in die Räume gelangen. Theoretisch könnte sogar Klebstoff, der in Bastelstunden genutzt wird, verantwortlich sein.

Parallel soll eine toxikologische Bewertung aller Ergebnisse erfolgen. Damit soll endgültig sichergestellt werden, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann.

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