Düren: „Kein Kuss-Verbot” an Dürener Schulen

Düren: „Kein Kuss-Verbot” an Dürener Schulen

Den Schweinegrippen-Impfstoff, dessen Lieferung man Dr. Wolfgang Deiters für Dienstagmorgen fest zugesagt hatte, hat der Allgemeinmediziner und Vorsitzende der Kreisstelle Düren der Kassenärztlichen Vereinigung nicht bekommen.

„Es gibt derzeit offenbar einen Engpass, was den Impfstoff angeht”, so Deiters. „Man hat mir aber versichert, dass es sich nur um wenige Tage Verzögerung handelt.” Alles andere, so der Mediziner, wäre auch „sehr ärgerlich”, denn die Impfbereitschaft der Menschen im Kreis Düren ist in den letzten Tagen gestiegen.

„In der ersten Woche war es verhalten”, so Deiters. „Aber jetzt geht es richtig turbulent zu. Bei mir stehen viele Leute auf der Liste, die sich impfen lassen möchten.”

250 bis 300 Bürgern hat Deiters bereits die Spritze mit dem Impfstoff gegen H1N1 injiziert - übrigens bislang „ohne nennenswerte Nebenwirkungen”. „Der Jüngste, den ich geimpft habe, war mein ein Jahr altes Enkelkind. Und das hat die Impfung bestens verkraftet.”

Dass es derzeit einen Engpass bei den Impfstofflieferungen gibt, bestätigte Dr. Gabriele Heuser, Amtsärztin beim Kreisgesundheitsamt. Freilich würden die Praxen, die derzeit kein Serum hätten, in zwei Tagen beliefert. Ärzte, die noch über Impfstoff verfügten, könnten ganz normal weiterimpfen.

Die Gefahr, dass Schulen in Düren wegen des Virus geschlossen werden, oder den Eltern frei gestellt wird, ihre Kinder in den Unterricht zu schicken oder nicht, besteht derzeit nicht.

Dirk Keimes vom Schulverwaltungsamt der Stadt Düren: „Zum Glück gibt es an unseren Schulen momentan noch keine gehäuften Fälle der Schweinegrippe. Bis jetzt sind nur zwei Schüler am Stiftischen Gymnasium betroffen.”

Rolf-Peter Hohn, Präsident im Regionalverband Dürener Karneval, wird am Donnerstag zur Impfung gehen. Und das nicht nur wegen der vielen „Bützje”, die er im Karneval zu verteilen hat. „Sicher trifft man im Karneval mit vielen Menschen zusammen”, so Hohn.

„Aber das gilt ja auch für Busse, Seminarräume oder Kaufhäuser.” Wie sich Karnevalisten vor dem Virus schützen, so Hohn, „müsse jeder für sich selbst entscheiden. „Es gibt weder ein Küss- noch ein Hände-Schüttel-Verbot.” Trotzdem empfiehlt Rolf-Peter Hohn allen Närrinnen und Narren, schon ein bisschen darauf zu achten, sich vor der Schweinegrippe zu schützen.

„Wenn neben mir einer hustet, kann ich ja ein Stück weg gehen.” Auch regelmäßiges Händewaschen bei den Veranstaltungen sei sinnvoll. „Aber das sollten zivilisierte Mitteleuropäer doch eigentlich sowieso tun.”