Langerwehe: Kein Fest ohne Herrn Kaiser

Langerwehe : Kein Fest ohne Herrn Kaiser

Es gibt kein Schützenfest in der Gemeinde Langerwehe, kein Maifest in der „Herrschaft”, eigentlich überhaupt keine Veranstaltung in der Töpfergemeinde, die Hubert Kaiser nicht gesehen hat. Und zwar durch die Linse.

Seit 1961 ist der 72-Jährige nur noch mit Kamera und Stativ unterwegs. Ständig auf der Jagd nach guten Motiven. Inzwischen hat der Mann über 200 Videokassetten und DVDs in seinem Archiv, jede mit drei Stunden Laufzeit. Alles aus dem Kreis Düren, das meiste aus Langerwehe.

Angefangen hat Hubert Kaisers Film- und Fotografier-Leidenschaft vor 33 Jahren, damals war der gelernte Filztuchweber Karnevalsprinz in Schlich. Und konnte sich ja schlecht selbst aufnehmen. „Es war schrecklich. Ich habe in ganz Schlich nach Fotos von mir als Karnevalsprinz gesucht. Und mir vorgenommen, das passiert nicht noch mal. Und mir meine erste Kamera gekauft.”

Kleines Studio

Von da an war Hubert Kaiser von der Sucht des Fotografierens und Filmens (damals noch Schmalfilm) befallen. Er sagt selbst, dass er nicht mehr aufhören kann. Inzwischen hat er sechs Videokameras und ein kleines Studio mit Mischpult, sechs Kassettenrekordern, zwei Fernsehapparaten, Videorecordern und einem DVD-Player. Über 50000 Mark habe er hier im Laufe der Jahre investiert, so Kaiser stolz. „Die Technik brauche ich halt, auch wenn ich manchmal auf sie schimpfe.”

Überhaupt leuchten die Augen des fünffachen Großvaters, wenn er von seinem großen Hobby erzählt. Wenn er den Film „Die Sanftheit der Natur” startet und davon schwärmt, wie er wochenlang der Rur gefolgt ist, immer auf der Suche nach idyllischen Eindrücken. Wie er das Material zusammengeschnitten hat und seinen Film mit ruhiger Klaviermusik unterlegt hat. Auch selbst aufgenommenes Vogelgezwitscher hat er in den Film gespielt.

Filmabende für Vereine

Natur- und Tierfilme sind eben Hubert Kaisers große Leidenschaft, aber er macht auch anderes. Immer wieder veranstaltet er Filmabende für Langerweher Vereine und Senioren, kein Fest, keine Karnevalsveranstaltung ohne Herrn Kaiser und seine Kamera. Sogar Aufträge für die Gemeinde hat er schon übernommen, in den 80ern, als Langerwehe eine Partnerschaft mit dem englischen Exmouth eingegangen ist. „Ich ziehe eben gerne durch meine Gemeinde”, so Hubert Kaiser.

„Und auch durch die nähere Umgebung. Mein letzter Film war über Schevenhütte. Da habe ich zweieinhalb Jahre dran gearbeitet.” Einmal möchte Hubert Kaiser alte Holzbrücken filmen und große Wasserfälle. Aber am liebsten nicht im Ausland. „Da zieht mich überhaupt nichts hin. Hier ist es doch am schönsten.”

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