Düren: Kaum bekannt: Der Dürener Luftschiffhafen

Düren: Kaum bekannt: Der Dürener Luftschiffhafen

Dass es in Düren vor rund 100 Jahren einen Luftschiffhafen gab, von dem Militärflüge zur Aufklärung und Bombardierung im Ersten Weltkrieg starteten, ist heute in der Stadt wenig bekannt.

Das möchte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit einer Ausstellung im Rahmen des Verbundprojekts „1914 — Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ am kommenden Sonntag ändern.

k Foto: Ingo Latotzki

Ein Acker nahe des Neuen Friedhofs in Ostdüren. Trockener Lehmboden. Ein abgeerntetes Getreidefeld. Zwei Gruben im Boden. Darin Reste von Fundamenten, die damals eine 180 Meter lange, 70 Meter breite und 30 Meter hohe Halle trugen. Archäologen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege (Außenstelle Nideggen) haben hier gegraben und ein Stück Vergangenheit sichtbar gemacht. Wie die Reste der Halle entdeckt wurden? Anhand von Karten, auf denen eine Veränderung der Vegetation zu erkennen war — das deutete darauf hin, dass irgendetwas im Boden sein musste.

„Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der mit technischen Mitteln geführt wurde“, sagt Dr. Thomas Schleper, Koordinator des Verbundprojekts. Eingesetzt wurden Waffen, „die bis dahin nicht bekannt waren“. Panzer, U-Boote, Giftgas. Und Zeppeline. Teile für diese Luftschiffe wurden in den ehemaligen Metallwerken an der Veldener Straße gebaut.

Das Gelände, auf dem die Halle stand, kann kommenden Sonntag besichtigt werden. Fachleute führen zwischen 10 und 16 Uhr regelmäßig kostenlos über das Areal. Treffpunkt ist die Fabrik für Kultur und Stadtteil an der Binsfelder Straße 77. Vor allem bei feuchtem Wetter wird ausdrücklich festes Schuhwerk empfohlen. In der Fabrik wird außerdem eine Ausstellung „Spuren der Geschichte“ gezeigt. Um 14 Uhr gibt es einen Vortrag zum Thema „Rolle der Luftschiffe am Beispiel des Dürener Hafens“.

Der Zeppelinhafen wurde noch vor Kriegsende wieder geschlossen. Neben der Halle gab es Munitions- und Kohlebunker, Mannschaftsunterkünfte, eine Werkstatt und Flugabwehrgeschütze. „Die deutschen haben als einziges Land stark auf Luftschiffe gesetzt“, sagt Archäologin Dr. Wiebke Hoppe. Flugzeuge waren technisch noch nicht so weit entwickelt, auch wenn ihnen die militärische Zukunft gehörte.

Der Landschaftsverband hat an vielen Stellen im Rheinland Hinterlassenschaften des Ersten Weltkriegs gesucht und gefunden. Einige wurden wieder zugänglich gemacht. „Die Menschen sollen mehr über diese Orte erfahren“, sagt Petra Tutlies, Leiterin der Außenstelle Nideggen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege. In Düren ist das gelungen. „Die Halle kennt in Düren niemand mehr“, sagt Helmut Krebs, Leiter des Stadtarchivs. Wer will, kann sich nächsten Sonntag ein Bild vor Ort machen.

(inla)