Katja Scheidtweiler aus Schmidt gewinnt „Land und Lecker“ im WDR

Landfrau aus Schmidt gewinnt WDR-Kochsendung : Mit Hirschsülze im TV an die Spitze von „Land und Lecker“ gekocht

Katja Scheidtweiler aus Schmidt hat die aktuelle Staffel von „Land und Lecker“ gewonnen – mit einem Drei-Gänge-Menü. Sechs Landfrauen aus ganz Nordrhein-Westfalen sind in dem Koch-Wettstreit gegeneinander angetreten.

Wildkräutersalat mit Ziegenkäsetalern, Himbeerdressing und hausgemachter Hirschsülze als Vorspeise, zum Hauptgang Hirschstrudel mit Selleriepüree und Rosenkohlblättern sowie Schoko-Vanilleeistörtchen mit Schokoladensauce, karamellisierten Nüssen und einem Zitruskompott zum Dessert – was einem schon beim bloßen Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, hat sich als echtes Siegermenü entpuppt:

Katja Scheidtweiler, die mit ihrem Mann Axel den Wildpark Schmidt betreibt, hat die aktuelle Folge der WDR-Sendung „Land und Lecker“ gewonnen.

„Irgendwie doch eine Landfrau“

„Eigentlich“, sagt die 34-jährige Bankkauffrau und Betriebswirtin, „habe ich mich nie wirklich als Landfrau betrachtet. Auch weil es mich immer noch in die Stadt zieht. Trotzdem bin ich aber natürlich eine Landfrau, irgendwie. Ich wohne auf dem Land, habe seit zwei Jahren mit meinem Mann den Betrieb und ziehe hier unseren Sohn groß.“

Deswegen, und natürlich weil sie sehr gerne kocht und Gäste empfängt, musste Scheidtweiler nicht lange überlegen, als die Anfrage vom Sender kam, sich für das beliebte Fernsehformat zu bewerben. „Natürlich koche ich nicht immer so aufwändig wie im Fernsehen. Aber wenn ich Zeit habe, probiere ich schon gerne neue Sachen aus und meistens schmeckt es danach auch. Ich würde sagen, das Händchen für’s Kochen ist da, Ich muss es nur nutzen.“

Ihre Fernsehtauglichkeit musste Scheidtweiler in einer Art Casting unter Beweis stellen, bei der Menüauswahl für ihren „Land und Lecker“-Auftritt hatte sie freie Hand. „Das hat gut geklappt. Meine Mutter hat mir in der Küche und auch vorher bei der Rezeptauswahl geholfen. Sie war mir eine große Stütze.“ Mutter Petra Michels war es zum Beispiel auch, die die Idee zu dem Rosenkohlblättergemüse hatte. „Ich wollte eigentlich normales Rosenkohlgemüse machen, meine Mutter fand aber die Blätter feiner. Aber es war total viel Arbeit, die abzuzupfen.“

Fünf Tage Fernsehdreh im Wildpark

Insgesamt war das dreiköpfige Fernsehteam fünf Tage zum Drehen im Wildpark – es gab vier Hofdrehtage und eben den eigentlichen Dinnertag. „Manche Sätze musste ich schon ein paar Mal wiederholen, aber ich hatte mir das viel schlimmer vorgestellt. Die Dreharbeiten waren wirklich entspannt.“

Richtig nervös sei sie nur beim allerersten Tag gewesen, als sie zum ersten Landfrauen-Dinner bei Lea Unterhansberg in Mülheim an der Ruhr zu Gast war. „Die anderen Landfrauen und ich kannten uns noch nicht. Es war einfach alles neu. Aber nachdem wir uns alle ein bisschen beschnuppert haben, hat sich sehr schnell herausgestellt, dass wir eine Wellenlänge haben. Es hat sich eine gute Gemeinschaft entwickelt.“ Und zwar eine, von der die Scheidtweilers auch für den eigenen Betrieb profitieren können. „Es war unter anderem eine junge Frau dabei, deren Betrieb auch gerade einen Generationswechsel hinter sich hatte, und eine Frau, die einen Erlebnisbauernhof betreibt.

Zu sehen, wie die arbeiten und was die alles machen, fand ich sehr spannend und interessant. Das war gut.“ Sich selbst im Fernsehen zu sehen, fand Katja Scheidtweiler dagegen eher unangenehm – aber nur in der ersten Folge. „Ich habe mich ziemlich schnell daran gewöhnt und fand das dann auch okay.“ Als am Montag vor einer Woche die Sendung von ihrem Kochtag ausgestrahlt wurde, haben Katja und Axel Scheidtweiler allein zu Hause vor dem Fernseher gesessen. „Unser einjähriger Sohn ist ganz brav um halb acht ins Bett gegangen. Pünktlich, als die Sendung los ging, ist er wach geworden und hat geweint. Wir haben die Sendung erst in der Mediathek geschaut.“

„Jung und modern“

Katja Scheidtweiler ist davon überzeugt, dass das Fernsehformat „Land und Lecker“ dazu beiträgt, dass beim Begriff Landfrau eben nicht mehr jeder sofort an Frauen mit Kopftuch und Schürze denkt. „Die Sendung ist modern, jung und leicht. Genauso sind Landfrauen heute auch.“ Wenn sich Katja Scheidtweiler an Weihnachten mit ihrer Mutter bei ihrem Bruder und dessen Familie in Köln trifft, gibt es – zumindest in Teilen – noch einmal das „Land und Lecker“-Menü. „Meine Mutter war von der Hirschsülze so begeistert, dass sie die noch einmal machen wird. Und ich mache den Nachtisch. Was es dazwischen gibt, müssen wir noch überlegen.“

Gewonnen hat die junge Frau übrigens ein Essen bei Sternekoch Björn Freitag in Dorsten. „Das Essen ist für sechs Personen, und ich werde mit den anderen Landfrauen hinfahren. Ich finde es schön, wenn wir uns einmal ohne Kameras treffen.“