Düren: „Kasimir und Karoline“: Theaterstück aus 1929 komplett entstaubt

Düren: „Kasimir und Karoline“: Theaterstück aus 1929 komplett entstaubt

„Ernas Erben“, 14 Theaterbegeisterte zwischen 14 und 26 Jahren, haben mit der Theaterpädagogin Marion Kaeseler das klassische Theaterstück von Ödön von Horváth „Kasimir und Karoline“ sprachlich entstaubt und die Szenen auf den ihnen vertrauten Annakirmesplatz verlegt. Im Haus der Stadt ist das Ergebnis in mehreren Aufführungen hautnah zu erleben.

Premiere ist am 1. Mai, 19.30 Uhr, weitere Gelegenheiten, das Stück zu sehen, gibt es am 2., 17. und 18. Mai, jeweils um 19.30 Uhr.

Warum die jungen Menschen seit Oktober einen Großteil ihrer Freizeit in die Erarbeitung des Theaterstücks gesteckt haben, muss man sie nicht erst fragen. Die Spiellaune der Gruppe ist ansteckend, der freundschaftliche Zusammenhalt untereinander spürbar. Die jungen Darsteller sind Schüler von verschiedenen Schulen aus Düren und Kreuzau sowie Studenten aus Köln und Aachen. Etwa die Hälfte von „Ernas Erben“ hat schon bei anderen Aufführungen in Düren mitgemacht, Mira beispielsweise ist schon seit drei Jahren dabei. Andere sind neu hinzugekommen. Meistens waren eine Freundin oder ein Freund Auslöser, welche die restliche Clique mit dem Theaterfieber infiziert haben — wie die Mädchen vom Kreuzauer Gymnasium, die ihrer Freundin Eva in den Kreis von „Ernas Erben“ folgten.

Die Theatergruppe „Ernas Erben“ verbindet Theatertradition mit innovativen Einfällen und bringt so ganz im Sinne von Erna Schiefenbusch, die von 1938 bis 1944 Intendantin des Theaters Düren war, freies und junges Theater auf die Bühne im Haus der Stadt.

So wurde in der ersten Probephase frei nach Ödön von Horváths Theaterstück aus dem Jahr 1929 improvisiert und die improvisierten Szenen gefilmt, erläutert Spielleiterin Marion Kaeseler. „Am gründlichsten wurde die Sprache verändert“, sagt Julius. „Alles Veraltete flog raus.“ Und Annika ergänzt: „Verschiedene Szenen haben wir modernisiert und die Handlung vom Oktoberfest auf die Annakirmes verlegt“.

Und so werden die Zuschauer aus Düren auch so manches wiedererkennen: Kirschkernweitspucken, Feuerwerk, Misswahl. Das handgemalte Bühnenbild und die raffinierte Umgestaltung des Zuschauerraums werden geschickt genutzt, so dass das Publikum mitten im Haus der Stadt in Kirmesatmosphäre eintaucht.

Ansonsten orientieren sich „Ernas Erben“ am Originalstück. Inhaltlich liegt der Fokus auf dem zeitlosen Eifersuchts- und Liebesdrama. Die schillernde Karoline wird von mehreren Schauspielerinnen dargestellt. Der bühnenerfahrene Caspar spielt den Kasimir, der sich mit den Stimmungsschwankungen von Karoline auseinandersetzen muss.

Tickets gitb es für sechs Euro (ermäßigt vier Euro) im I-Punkt, Markt 6, (Telefon 02421/252525), per E-Mail an theaterkasse@dueren.de oder unter www.theatertickets.dueren-kultur.de.