Düren: Kasernengelände: Dinosaurier-Park hat Favoritenrolle

Düren: Kasernengelände: Dinosaurier-Park hat Favoritenrolle

Das ehemalige Munitionsdepot in Gürzenich ist ein schönes Beispiel für die Kraft der Natur. Seit 2010 sind hier, im Westen Dürens, keine Soldaten mehr. Die Häuser stehen leer, die 65 Bunker, in denen die Munition für viele Kasernen lagerte, haben ausgedient. Und die Natur ist auf gutem Weg, sich alles zurückzuholen, wie so schön gesagt wird.

Vieles ist längst zugewuchert, ein eindrucksvolles Bespiel ist die ehemalige Tennisanlage, auf der vor vier Jahren noch Spitzensport der Gürzenicher Herren 40-Mannschaft in der höchsten deutschen Spielklasse geboten wurde. Von den Plätzen ist kaum noch etwas zu sehen, alles zugewachsen.

So lange die Soldaten fort sind, wird über eine Nutzung des Areals gesprochen. Das Land gehört dem Bund, er würde an die Stadt Düren verkaufen, wenn sie wollte. Bisher will sie nicht.

Das liegt daran, dass immer noch unklar ist, was auf dem mehr als 150 Hektar großen Gelände passieren könnte. Es gab und gibt mehrere Ideen, von denen eine zur Zeit so eine Art Favoritenrolle zu haben scheint: Das ehemalige Kasernengelände könnte zu einem „Dino-Park“ werden, einem naturkundlichen Museum, das sich mit erdgeschichtlichen Themen beschäftigt. In Hannover gibt es einen solchen Park. Die Betreiber hätten Interesse, etwas Ähnliches auch in Düren aufzuziehen. „Sie finden das Gelände ideal“, sagt der Technische Beigeordnete der Stadt Düren, Paul Zündorf.

In Hannover sind auf einem 2,5 Kilometer langen Rundweg 230 lebensechte Rekonstruktionen von Dinosauriern aufgebaut. In verschiedenen Ausstellungen werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Leben der Saurier vermittelt. Gezeigt werden Spuren der riesigen Tiere, die in Hannover gefunden wurden. Denkbar sei, so Zündorf, den Themen- und Erlebnispark mit Funden aus den hiesigen Braunkohlelöchern anzureichern.

Zunächst muss der potenzielle Investor mehrere Gutachten beibringen. Es geht um Natur- und Umweltschutzfragen, außerdem um die zu erwartende Verkehrsbelastung. Der Park in Hannover begrüßt jährlich 300 000 Besucher. Zu klären sei, so Zündorf, inwieweit umliegende Ortschaften und Straßen belastet würden. Erst, wenn diese Untersuchungen eine Verträglichkeit für Anwohner, Natur und Umwelt zeigten, würde sich das Thema für die Stadt konkretisieren. Danach würden die Bürger ausführlich informiert. Sollte das Projekt tatsächlich umgesetzt werden, würde die Stadt das Grundstück vom Bund kaufen und an den Investor weiterveräußern. „Der Dino-Park würde die hiesige Freizeitlandschaft sicher bereichern“, sagt Baudezernent Zündorf.