Karneval: Düren bekommt neues Prinzenpaar

Prinzenpaar der Stadt Düren : Heinz und Petra Nolden werden am Samstag inthronisiert

Mit neun Jahren hat Heinz Nolden in seinem Heimatort Drove seine erste Büttenrede vorgetragen. „Es war ein Zwiegespräch“, sagt der 59-jährige Unternehmer. „Und es war vor allen Dingen der Anfang meiner großen Begeisterung für das Brauchtum Karneval.“

Eine Begeisterung, die im Laufe der folgenden fünf Jahrzehnte – Nolden ist inzwischen 59 Jahre alt – immer weiter gewachsen ist. Der gelernte Kaufmann ist Mitglied in gleich drei Dürener Karnevalsgesellschaften, nämlich bei der KG „Rurkei“ in Niederau, der KG „Jüzzenije Plüme“ in Gürzenich und beim „Gardecorps Dürener Bürgerwehr“. Zudem war er Ackerbauer der Birkesdorfer KG „Ackerjonge“, die allerdings nicht mehr existiert. Vor sieben Jahren war Nolden einer von denen, die als erstes Dreigestirn in die Geschichte des Dürener Karnevals eingehen wollten – und damals am Votum der Mitglieder des Festkomitees gescheitert ist.

Trotzdem hat der Wunsch, einmal Karnevalsprinz zu werden, Heinz Nolden nie losgelassen. Und so wird er jetzt mit seiner Frau für die „Rurkei“ Prinzenpaar der Rurstadt. Am Samstag Abend feiern Heinz und Petra Nolden mit vielen Freunden, Bekannten und Weggefährten ihre Inthronisation. Wobei der Termin für die Proklamation ein denkbar ungünstiger ist. Traditionell lädt das Festkomitee eigentlich am Freitag vor dem 11. November zur Inthronisation ins Haus der Stadt ein – das geht in diesem Jahr aber nicht, weil auch in Düren am 9. November der Reichspogromnacht im Jahr 1938 gedacht wird. Jetzt findet die Proklamation zeitgleich mit „Düren leuchtet“ statt.

Zudem müssen die Karnevalisten noch in der Nacht nach der Proklamation das Haus der Stadt wieder herrichten  und können erst heute mit dem Dekorieren beginnen. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Am Freitagabend war dort das Grenzlandtheater zu Gast, am Sonntag gibt es Märchentheater für Kinder. „Das ist alles nicht optimal“, sagt Petra Nolden. „Sonst konnte immer für zwei Tage geschmückt werden, weil am gleichen Wochenende wie das Prinzenpaar auch der Kinderprinz inthronisiert wurde.“

Wegen des frühen Termins hat auch eine Gruppe aus Köln den Besuch in Düren abgesagt – die Karnevalisten aus der Domstadt dürfen eine Woche vor dem offiziellen Sessionsauftakt am 11. November noch keine Termine wahrnehmen.

Gleichwohl – Heinz und Petra Nolden wollen sich die Freude über ihre Inthronisation und den Spaß am Karneval nicht vermiesen lassen. Heinz Nolden: „Der Saal wird voll sein, und wir werden tüchtig feiern. Und das ist es doch auch, worauf es im Karneval ankommt.“ Zeit mit Freunden verbringen, nette Menschen kennenlernen, sich selbst nicht so ernst nemen – das ist es, was Petra und Heinz Nolden am Karneval besonders gut gefällt. „Karneval ist ein Fest, für das sich Menschen aller Generationen begeistern können.

Erst gerade hat mit ein älterer Herr, der schon über 90 Jahre alt ist, erzählt, dass er sich im vergangenen Jahr als Pirat verkleidet hat. Das finde ich einfach schön.“ Außerdem sei es beeindruckend, dass sich immer noch so viele Menschen für unser Brauchtum engagieren.

Rund 120 Auftritte werden Heinz und Petra Nolden bis zum 6. März absolvieren, besonders freuen sich die Vollblut-Karnevalisten auf den Orchideensonntagszug in Düren. „Wir kommen beide aus Kreuzau“, erzählt Heinz Noden, „kennen uns also mit dem Kreuzauer Karneval sehr gut aus. Dort gibt es im Zug immer eine große Fußgruppe, die so genannte Prinzengruppe. So etwas wünsche ich mir für Düren auch.“ Jecke aller Altersklassen sind schon jetzt eingeladen, dabei zu sein. Wer mitmachen möchte und nähere Einzelheiten braucht, kann unter prinzenpaar@nolden-gmbh.de mit den Narrenherrschern Kontakt aufnehmen. „Natürlich“,  sagt Petra Nolden, „lässt sich so etwas vermutlich in einem kleineren Ort wie Kreuzau leichter realisieren, weil die Menschen sich untereinander viel besser kennen. Aber wir sind zuversichtlich, dass es uns auch in Düren gelingt, so eine Gruppe zusammenzustellen.“

Runder Geburtstag

Ganz besonders freut Heinz Nolden sich übrigens auf den 5. Januar 2019 – seinen Geburtstag. „Ich werde mitten in der Session 60 Jahre alt“, sagt er. „Das war auch ein Grund, warum ich unbedingt jetzt Karnevalsprinz werden wollte. „An dem Samstag beginnt die Session so richtig, vorher haben wir nur wenige Termine. Und nach unseren Auftritten werden wir am 5. Januar natürlich auch noch ein bisschen feiern.“ Ein besonderes Fitnessprogramm für die lange, intensive Session haben die Noldens noch nicht gestartet.

Zum einen, weil sie mit Tanja und Olaf Engelmann, Silke und Frank Pauli sowie Ellen und Hans-Peter Iven erfahrene Hofdamen und Adjutanten an ihrer Seite haben. „Außerdem sind wir viel Arbeit gewohnt“, sagt Heinz Nolden. ,„Dafür brauchen wir kein besonderes Sportprogramm.“ In ihrer Freizeit reisen die Noldens gerne, am liebsten nach Mallorca. Und wenn Annakirmes ist, ist das Paar jeden Abend auf dem Rummelplatz.

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