Düren: Karin Leuffen-Obermann ist neue Leiterin der Heinrich-Böll-Schule

Düren : Karin Leuffen-Obermann ist neue Leiterin der Heinrich-Böll-Schule

Karin Leuffen-Obermann ist auch als Kind gerne zur Schule gegangen. „Ich hatte das Glück“, erzählt die 59-Jährige, „auf einer Zwerg-Schule gewesen zu sein. Vier Jahrgänge wurden von einem Lehrer unterrichtet. Wir sind mit freiem und selbstständigem Arbeiten groß geworden. Und es war für uns selbstverständlich, dass die älteren Kinder die jüngeren unterstützen.“

Vielleicht haben Karin Leuffen-Obermanns eigene Erfahrungen dazu beigetragen, dass die Lehrerin für Biologie und Erdkunde heute absolut vom Konzept der Gesamtschule ist. „Es ist richtig, dass alle Kinder mit allen Stärken und Schwächen möglichst lange zusammen in einem System unterrichtet werden.“ Seit Februar ist Karin Leuffen-Obermann, die vorher an der Sekundarschule Waldfeucht-Haaren war, Leiterin der Dürener Heinrich-Böll-Gesamtschule und damit die Nachfolgerin von Hermann-Josef Geuenich.

„Die Sekundarschule in Haaren läuft aus. Es gab verschiedene Möglichkeiten für mich. Als ich das erste Mal in der Heinrich-Böll-Gesamtschule war, hatte ich gleich das Gefühl, dass die Kollegen hier sehr gut zusammenarbeiten und es ein gutes soziales Miteinander gibt. Die Atmosphäre an dieser Schule hat mir einfach sehr gut gefallen.“ Anders als von der Stimmung war die Schulleiterin von den räumlichen Voraussetzungen ihrer neuen Schule nicht besonders begeistert. „Der Eingangsbereich muss beispielsweise dringend erneuert werden“, sagt sie. „Aber daran können wir arbeiten.“

Knapp 1000 Schüler werden von 90 Lehrern an der Heinrich-Böll-Gesamtschule unterrichtet. Die Schule hat einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. „Ich habe vor Haaren an einer Schule in Ratheim gearbeitet, auch dort war der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund sehr hoch. Für mich ist das absolut kein Problem.“

Gleichwohl bedeuteten viele Kinder mit Migrationshintergrund, dass Sprachförderung im Schullalltag eine große Rolle spielen würde. „Und da investieren wir auch sehr viel. Mangelnde Sprachkenntnisse dürfen kein Faktor sein, der Kindern den Weg verbaut.“

Karin Leuffen-Obermann ist gerne Lehrerin, und sie ist gerne Schulleiterin. „Mir macht das Unterrichten sehr großen Spaß“, sagt sie. „Aber ich finde es auch wichtig, Schule zu gestalten und mit anderen Ideen umzusetzen.“ Die neue Leiterin der Heinrich-Böll-Gesamtschule wünscht sich eine bessere Ausstattung ihrer Schule — auch personell. „Ich weiß aber auch, dass unsere Schule schon ganz gut ausgestattet ist“, sagt sie. „Trotzdem gibt es aber noch Verbesserungsmöglichkeiten.“

In diesen Tagen hat die zweifache Mutter an den mündlichen Abiturprüfungen teilgenommen. „Ich war sehr begeistert, was die jungen Leute geleistet haben“, sagt sie. „Das hat mich beeindruckt.“

Auf die Frage, was sie sich für das Schulsystem wünscht, sagt die Pädagogin: „Ich glaube, dass es weiterhin ein dreigliedriges Schulsystem geben wird, aber mein Wunsch ist, dass wir vom dreigliedrigen Schulsystem wegkommen. Kinder, die länger zusammen und voneinander lernen, haben einfach viel weniger Druck.“ Da ist sie wieder, die überzeugte Gesamtschulbefürworterin, die selbst genau diese Erfahrungen in ihrer eigenen Schulzeit gemacht hat.