Huchem-Stammeln: Kapellenfreunde wollen ein Stück Heimat erhalten

Huchem-Stammeln: Kapellenfreunde wollen ein Stück Heimat erhalten

Die meisten Autofahrer auf der B56 werden sie kaum wahrnehmen. Für viele Huchem-Stammelner und Köttenicher aber ist sie „ein Stück Heimat“, betont Willi Krallmann. Die Rede ist von der kleinen Köttenicher Kapelle, auch bekannt als „Lürkenkapelle Köttenich“, unmittelbar an der Bundesstraße in Höhe der Fußgängerampel gelegen.

Weil Wasser von der etwas erhöhten Zufahrt des Nachbargrundstücks in das Fundament der Kapelle eingedrungen ist und mittlerweile bereits in den Innenraum einzieht, droht das 1888 errichtete Kleinod zu verfallen. Soweit aber wollen es einige engagierte Bewohner des Ortes nicht kommen lassen. Auf Initiative des ehemaligen Gemeindedirektors Günter Pick hat sich um den Vorsitzenden Willi Krallmann der Verein „Kapellenfreunde Lürkenkapelle“ gegründet, der die Gedächtnisstätte, die auf einem Grundstück der Firma Leopold Schoeller steht, ehrenamtlich für die Nachwelt erhalten will.

Im Inneren der Kapelle steht eine Holzfigur des Heiligen Josef.

Fundament abdichten

Die Eigentümer, die zum hundertjährigen Bestehen 1988 bereits eine Restaurierung ermöglicht hatten, haben mittlerweile „Grünes Licht“ gegeben, so dass die Kapellenfreunde mit der Planung der Sanierung beginnen können. Im Frühjahr soll es losgehen, erklärt Krallmann und hofft bei den Erdarbeiten auf Unterstützung der Gemeinde. „Das Fundament muss mit einem kleinen Bagger komplett von außen freigelegt und dann abgedichtet werden.“ Anschließend soll der Innenraum, den eine Figur des Heiligen Josef ziert, saniert werden.

Die Gedächtnisstätte erinnert an den 1888 verstorbenen Heinrich Joseph Goswin Lürken. Der Familie des damals 24-Jährigen gehörten eine Kornmühle und eine kleine Feilenschleiferei. Nach dem Tod ihres Sohnes bauten die Eltern in der Nähe ihres Besitzes an der Jülicher Straße die Kapelle, ehe sie wenig später den größten Teil ihrer Liegenschaften an die Familie Schoeller verkauften.

In frühen Jahren wurde die Kapelle von der Köttenicher Bevölkerung für Totenwachen und Rosenkranzgebete genutzt. Und auch an Fronleichnam wurde sie stets mit einem Blumenteppich geschmückt. Mit der strukturellen Veränderung des Ortsteils und dem Verkehrszuwachs auf der Bundesstraße jedoch verlor sie nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Bedeutung im kirchlichen Leben der Ortschaft. Sie geriet zunächst in Vergessenheit, ehe sich ihr Mitglieder der St.-Josef Bruder- und Schützengesellschaft in Verbundenheit zum Heiligen Josef annahmen.

Willi Krallmann und seine Mitstreiter Peter Macherey, Manfred Mehren und Manfred Leroy hoffen nun, dass nach der Sanierung vielleicht auch die Kirchengemeinde wieder öfter den Weg zur Köttenicher Kapelle finden wird.

Vor wenigen Wochen gegründet, haben die Kapellenfreunde mittlerweile ein Dutzend Mitglieder. Weitere Mitstreiter, aber auch Spenden sind willkommen. Ansprechpartner des Vereins ist der Vorsitzende Willi Krallmann unter Telefon 02428/6550.

(ja)
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