Kampfmittelsuche auf der Euskirchener Straße in Düren

Auch noch Mittwoch zum Teil gesperrt : Kampfmittelsuche auf der Euskirchener Straße in Düren

Vor einem späteren Neuausbau muss ein Teilstück der Euskirchener Straße in Düren - zwischen Friedrich-Ebert-Platz und „Am Adenauerpark“ - auf Kampfmittelreste aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden. Der Bereich ist auch noch am Mittwoch bis 18 Uhr gesperrt.

Gut 74 Jahre nach der Zerstörung Dürens durch den verheerenden Luftangriff am 16. November 1944 mit fast 5500 Bomben wiegt dieses Erbe noch schwer. Im Untergrund der Stadt, die zu dieser Zeit fast dem Erdboden gleich gemacht worden ist, könnten sich theoretisch immer noch Blindgänger befinden, zumal die Stadt auch zuvor oft das Ziel von Bombenabwürfen war. Wenn nun also die Stadt Tiefbaumaßnahmen plant, ist dieser Teil der Geschichte eine zeitliche und finanzielle Hypothek. Ein aktuelles Beispiel dafür liefert die zweitägige Sperrung eines Teilstücks der Euskirchener Straße, die bis Mittwochabend wegen einer „Kampfmitteldetektion“ notwendig ist.

„Weil man hier die Flächen nicht untersuchen kann, müssen wir in der Tiefe mit einzelnen Bohrungen herausfinden: Ist da jetzt was oder nicht?“, sagt Holger Seeberger von der Ingenieurgesellschaft Quadriga. Das ist der erste von nun zwei Schritten im Vorfeld einer geplanten Neugestaltung der Euskirchener Straße, um die es eigentlich geht. Nach der Kampfmittelsuche des Fachunternehmens Röhl erfolgt noch eine Baugrunderkundung, bevor die Stadtverwaltung die geplante Erneuerung des Straßenteilstücks planen und ausschreiben kann. Und so ging zwischen Friedrich-Ebert-Platz und „Am Adenauerpark“ bis Dienstagabend nichts, heute ist das von 9 bis 18 Uhr genauso.

Gibt es denn überhaupt Hinweise auf Gefahrenquellen, die im Untergrund lauern? Holger Seeberger: „Aus der Luftbildauswertung hat sich scheinbar ein Verdacht ergeben. Genau kann ich das aber nicht sagen. Wir müssen nun jeden Verdacht im Vorfeld ausräumen, so gut man kann. Aber 100-prozentig geht das nie.“ Die Technik, die auf Metall anspricht, hat ihre Grenzen. Der Fachmann erklärt: „Der Kanal ist ein Störsignal, jede Versorgungsleitung im Boden ist ein Störsignal.“ Der Bohrtrupp liefert jedenfalls eine Menge Daten an die Bezirksregierung – in diesem Fall Düsseldorf –, deren Kampfmittelbeseitigungs-Experten diese dann bewerten.

Läuft alles nach Plan und – hoffentlich – ohne einen Sprengkörper-Fund, muss dieser Teil der Euskirchener Straße später „für noch einmal mindestens einen Tag“ gesperrt werden, wie Holger Seeberger erklärt, um den Baugrund selbst zu prüfen. Findet sich doch etwas, dann muss die Fachstelle beim RP Düsseldorf sofort entscheiden, was zu tun ist, und mutmaßlich eine Entschärfung in die Wege leiten.

Stickoxidbelastung gesunken...

Am Dienstag floss der Verkehr über die Kölnstraße und zum Großteil über die Umleitung Binsfelder Straße ab. Wenigstens ein Gutes habe die Sperrung ja, sagt Holger Seeberger augenzwinkernd, denn die Stick­odixmessstation an der Euskirchener Straße dürfte zwei Tage lang deutliche geringere Belastungen verzeichnen. Sie befindet sich fast mittig im untersuchten Bereich.

Vor dem Hintergrund der Schadstoffbelastung ist auch der geplante Straßenumbau zu sehen, der nach der kompletten Fertigstellung der Ostumgehung (B 56 neu) geplant ist. Die Fahrspuren sollen von vier auf zwei reduziert und die „Nebenanlagen“ (Geh- und Radwege) aufgewertet werden. „Zur Vorbereitung der Ausschreibung müssen wir Fragen beantworten: Welches Material ist da verbaut? Muss es entsorgt werden? Wie ist der Unterbau beschaffen? Und an einzelnen Stellen benötigt auch der Gutachter Erkenntnisse“, erläutert Heiner Wingels, Leiter des Amtes für Tiefbau und Grünflächen, die jetzige Kampfmittelsuche. Im Normalfall wäre es ausreichend gewesen, einen Teil abzugraben und sich genau anzuschauen. Das geht im Fall der versiegelten Euskirchener Straße aber nicht so ohne Weiteres. Deshalb muss nun die Kampfmitteldetektion erste bohrende Fragen beantworten.

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