Kammeroper Köln präsentiert berühmtes Musical in Düren

Musicalaufführung : „Hello, Dolly“ im ausverkauften Haus der Stadt

Bekannte Melodien, lustige Handlung – „Hello Dolly“ und die Kammeroper Köln begeistern im Haus der Stadt in Düren.

„Rüpel sucht Frau!“ – Nein, wir befinden uns nicht zu Hause vor dem Fernsehgerät bei einem neuen Format eines Privatsenders, sondern im Haus der Stadt in Düren. Und auf der Bühne begibt sich der grießgrämige Kaufmann Horace Vandergelder gerade auf die Suche nach einer passablen und vor allen Dingen gut situierten Gattin. Behilflich dabei soll ihm Dolly Levi sein, eine temperamentvolle Witwe, die ihr Geld als Heiratsvermittlerin verdient. Und die will sich zudem endgültig von ihrem verstorbenen Gatten Ephraim freischwimmen, ein neues Leben beginnen und sich selbst dem ungehobelten Vandergelder zuwenden.

„Hello, Dolly!“ wurde als Musical 1964 am Broadway in New York uraufgeführt. Es basiert auf der Komödie „The Matchmaker“ von Thornton Wilder. Die Kammeroper Köln brachte die lustige Geschichte mit der „Musical-Company“ auf die Bühne im ausverkauften Haus der Stadt in Düren.

Turbulente Geschichte

Bei der turbulenten Geschichte mit vielen Akteuren auf der Bühne war das Bühnenbild eher spartanisch gehalten. Und gab so den Darstellern jede Menge Raum, in ihren Kostümen und mit ihren Stimmen zu wirken – und das Publikum zu begeistern. Und manchmal war ganz schön viel los auf der Bühne. Zum Beispiel dann, wenn eine lustige Verkleidungsszene im Hutladen startete. Da trug eine potenzielle Heiratskandidatin auf einmal einen Lampenschirm als Hut und war mittels eines Helfers im Kleid auf mindestens zwei Meter angewachsen. Barnaby und Cornelius, Vandergelders Ladenhelfer, legten in einer anderen Szene mit Kellnern eine flotte Sohle aufs Parkett.

Und bei dem atemberaubenden Outfit der Servicemitarbeiter fiel es vermutlich dem ein oder anderen Zuschauer schwer, sich auf den wirklich guten Gesang, die mehr als ordentliche schauspielerische Leistung und die Haltung zu konzentrieren. Aber die war auch nicht schwer nachzuvollziehen. Überall ging es um die Suche nach dem oder der Richtigen.

„Es kann oft ein Moment sein, der das ganze Leben verändert“, sinnierte Dolly Levi. Das musste dann auch der mittlerweile nicht mehr ganz so griesgrämige Horace einsehen, der mit einem Gewehr und einem Autositz ausgestattet, schließlich Dolly seine Liebe eröffnete. Und am Ende hat es die begnadete Kupplerin geschafft, auch noch drei weitere Paare unter die Haube zu bringen – und ein Publikum zu hinterlassen, das sich prächtig unterhalten fühlte und mit Applaus nicht sparte.

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