Das „Posthotel“: Kämpft nicht nur mit der Konkurrenz, sondern auch mit dem Umfeld

Das „Posthotel“ : Kämpft nicht nur mit der Konkurrenz, sondern auch mit dem Umfeld

Alle Hotels merken die neue Konkurrenz an der Bismarckstraße, die Auswirkungen auf die Zimmerbelegungen sind aber unterschiedlich ausgeprägt. Das ebenfalls in der Innenstadt gelegene „Posthotel“ spürt den Wettbewerb besonders, kämpft aber zudem noch mit den Problemen im städtebaulichen Umfeld.

Ihr Restaurant hat Birgit Schnitzler schon im vergangenen Jahr geschlossen. Es sei ohnehin ein Zuschussgeschäft gewesen, das sich alleine für die Hotelgäste nicht gerechnet habe. „Und wer kommt schon aus Düren zum Essen an die Josef-Schregel-Straße?“, fragt sie lakonisch und zielt damit auf das problematische Umfeld ihres Hotels und den benachbarten Langemarck-Park, der Treffpunkt für Alkoholiker und Drogensüchtige ist.

Wenn Gäste im Sommer draußen saßen, seien sie angepöbelt worden. Um das Sicherheitsgefühl zu stärken, setze sie ohnehin schon darauf, dass 24 Stunden jemand vor Ort ist. „Das ‚Dorint’-Hotel bekommt einen neuen, schönen Park, und ich muss mit dem Park leben, in dem man die Spritzen findet“, kommentiert sie bitter.

In den vergangenen drei Jahren habe sie 600.000 Euro in ihr Hotel investiert, und stetige Investitionen seien unbedingt nötig. „Aber wir müssen auch so viel verdienen, dass wir investieren können“, betont sie. Vor 30 Jahren, als sie ins 57 Zimmer fassende Hotel eingestiegen sei, hätte die Josef-Schregel-Straße noch tolle Geschäfte beheimatet, sei ein gutes Umfeld gewesen: Birgit Schnitzler: „Seit 15 Jahren kann ich den Niedergang der Straße beobachten. Schon lange warte ich darauf, dass sich hier etwas verbessert. Schon 2013 waren kurzfristige Maßnahmen angekündigt.“ Ein Hoffnungsschimmer wäre die Aufwertung des Viertels mit dem Stadtmuseum im ehemaligen Bettenhaus gewesen – und für ihre Gastronomie eine Chance auf ein Museumscafé. Doch es kam bekanntlich anders.

Problematische Lage

Aber auch für das Bahnhofsumfeld und damit das Umfeld des „Posthotels“ sind die Pläne konkreter geworden, die Umsetzung im Rahmen des Masterplans wird aber noch Jahre dauern. Dass sich im Umfeld endlich etwas bewegen soll, freut Birgit Schnitzler, andererseits wurde im Rahmen dieser Pläne auch über ein Zwei-Sterne-Hotel gesprochen. „Dann kann ich zumachen“, kommentiert sie knapp.

Auch die anderen Hoteliers warnen eindringlich vor diesem Plan. Doch auch die Bauarbeiten könnten einem Hotel, das in einer schwierigen Situation steckt, weiter schaden. Birgit Schnitzler geht nicht davon aus, dass künftig Touristenscharen kommen, Geschäftskunden und Messebesucher bleiben die wichtigste Zielgruppe.

(smb)