Düren: Kaca Celan verlässt Düren

Düren: Kaca Celan verlässt Düren

Mehr als 13 Jahre lang hat Kaca Celan das Kulturleben in Düren maßgeblich mitbestimmt. Jetzt verlässt die Autorin, Regisseurin und Theaterleiterin die Rurstadt. In Bonn will sie ein neues Projekt beginnen. 1993 kam Kaca Celan für sechs Monate als Stipendiatin des Heinrich-Böll-Hauses nach Langenbroich.

Sie hatte Bosnien kurz vor Ausbruch des Krieges verlassen. Drei Tage vor der Belagerung der Stadt wurde sie mit dem letzten Flugzeug von Sarajewo nach Slowenien ausgeflogen. Das Pen-Zentrum hat dann den Kontakt zum Heinrich-Böll-Haus hergestellt. Ihr Mann blieb seinerzeit als Journalist in Sarajewo. Nur im Zusammenspiel von Politikern, Künstlern und der Mafia ist es gelungen, ihn dort herauszuholen.

Celan hat Theaterwissenschaft, Vergleichende Literatur und Schauspielkunst an der Philosophischen Fakultät von Sarajewo studiert. Im Anschluss hatte sie sieben Jahre lang Theater in Sarajewo geleitet, hatte zudem eine Professur an der Akademie für Bühnenkunst, Abteilung Regie.

Nach Ablauf des Stipendiates blieb sie in Düren. Ihre Tochter besuchte das Wirteltor-Gymnasium (Tajna Tanovic, 22, lebt heute als Schauspielerin und Produzentin in New York). Auf Schloss Burgau gründete Kaca Celan ihr eigenes kleines Theater mit angeschlossener Schule. Mehr als 80 Erwachsene und 25 Kinder lernten hier das Rüstzeug für die Bühne. Sie sind zum Teil in Schauspielberuf gelandet.

Jetzt wird die Autorin und Regisseurin zu Ihrem Mann nach Bonn ziehen. Und was kommt dann? Celan: „Ich will zunächst einmal Abstand gewinnen. Und dann ein Fachbuch über die Schauspielkunst schreiben. In mir wohnt eine volle Bibliothek, die will aufs Papier. Ich möchte, dass etwas schwarz auf weiß bleibt.” Der Titel des Buches wird „Sein” lauten, der Untertitel „Ein theaterwissenschaftliches Märchen aus Schloss Burgau”. Außerdem geplant sind Drehbücher und ein kritisches Werk mit dem Titel „Kochbuch für die Armut”.

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