Kabarett mit Ingrid Kühne im Haus der Stadt Düren

Kabarett im Haus der Stadt Düren : Ingrid Kühnes „Fehler“: mitten aus dem Leben

„Leer ist gut – voll ist besser“ – mit solchen Botschaften der Lieben daheim auf Bier- und Cola-Kisten konfrontiert, entstand die Idee zu Ingrid Kühnes neuem Soloprogramm „Okay, mein Fehler!“, das sie nun vor begeistertem Publikum in Düren zeigte. Wer Männern mehr als 14 Tage die Sachen hinterher räumt und sie auch im fortgeschrittenen Alter bemuttert, legt damit schließlich den Grundstein für eine Tradition.

Düren Auf der Bühne im Haus der Stadt analysierte die Kabarettistin und Karnevalsrednerin, was alles im Leben so schiefgehen kann – und woran man schuld sein kann. Ohne zu wissen, dass man überhaupt persönlich beteiligt war. Ein beschwichtigendes „Okay, mein Fehler“ ist dabei kein Schuldeingeständnis, sondern nur das effektivste Mittel, in Ruhe gelassen zu werden.

Schlagfertig und spontan zog die Kabarettistin am Samstagabend vor allem ihre Familie durch den Kakao. Ehemann Ralf beispielsweise reiht nicht nur im Flur Leergut feinsäuberlich auf, sondern versucht nach dem Aufstehen morgens auch mittels mindestens vier Apps auf seinem Smartphone herauszufinden, wie das Wetter wohl ist. „Ich ziehe dann einfach die Rollladen hoch“, kommentiert Ingrid Kühne trocken. Ihr Sohn Sven kommt den Schilderungen nach ganz auf den Vater. Ganz schlimm wird es, wenn Sven am Steuer sitzt. Auf der Landstraße tuckert er gerne mit 60 umher – und freut sich, dass er angesichts der langen Schlange im Rückspiegel ganz vorne fährt. Ingrid Kühne: „Mein Mann hat letztens vorgeschlagen, dass Sven am Steuer sitzt, wenn wir nach Plön in Urlaub fahren. Aber wir haben doch nur eine Woche.“

„Okay, mein Fehler“ ist das zweite Bühnenprogramm von Ingrid Kühne. Die Geschichten hat das Leben geschrieben. Es sind Anekdoten und Szenen, in denen sich die Zuschauer selbst wiederfinden konnten, das zeigten die begeisterten Reaktionen. Köstlich waren auch die Schilderungen des Generationenkonflikts beim Thema Technik. So berichtete Ingrid Kühne von völligem Unverständnis ihres Sohnes, dass es früher, vor gefühlt 100 Jahren, einmal einen Sendeschluss gab und beim Testbild niemand umgeschaltet hat. Unvorstellbar auch, dass sich Vater Ralf sputen musste, wenn bei Bonanza schon die Karte brannte, weil es weder eine Pause-Taste noch Netflix gab.

„Ich habe mich gefragt, was Leute interessiert“, blickte Ingrid Kühne auf die Entstehung des zweiten Soloprogramms zurück. Es ist ihr vortrefflich gelungen, die richtigen Antworten zu finden und die Zuschauer mitzunehmen und einzubinden. Einen Gesundheitstipp gab es übrigens auch noch: Sich lieber keine allzu großen Sorgen bei der Lektüre von Gesundheitstipps machen. Im Zuge ihrer Recherchen sei sie über folgenden Satz in der Apothekenumschau oder einer anderen Fachzeitschrift gestolpert: Sitzen ist das neue Rauchen. Ingrid Kühne: „Ich sitze gerne. Ich esse auch gerne fettiges Essen – im Sitzen. Und nach dem fettigen Essen im Sitzen trinke ich noch etwas Alkohol.“ Tosender Beifall des Publikums. Richtig so. Lachen hält gesund.

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