Düren: Kabarett Leipziger Pfeffermühle im Haus der Stadt

Düren: Kabarett Leipziger Pfeffermühle im Haus der Stadt

Das Kabarett Leipziger Pfeffermühle gastierte im Haus der Stadt mit seinem Programm „da capo”. Als erste Veranstaltung der „Theaterreihe 1” und als Auftakt in die neue Spielzeit wurde den Gästen gepfefferte Unterhaltung geboten.

Den vielen Diskussionen ums Älterwerden fügen Burkhard Damrau und Dieter Richter neue, witzig verpackte Hiobsbotschaften hin- zu: Das Rentenalter wird stetig nach oben geschraubt, man muss ewig lange einzahlen, und wenn man noch zu einem Lied mit den Fingern schnipsen kann, braucht man keine Rente. Zwei kauzige Pensionäre im „offenen Altersvollzug mit Freigang” zeigen mit Witz und Biss Alterserscheinungen und veräppeln sich gegenseitig.

Als „Richter” verurteilt Dieter Richter einen Exhibitionisten zu einer kleinen Geldstrafe plus zwei Ave Maria plus kalt duschen! Ein übler Schläger kommt mit zehn Sozialstunden davon, in Nullkommanix ist das Urteil gefällt, und es kann einem angst und bange werden bei der flotten Rechtsprechung.

In einem rasanten Dialog betrachten die beiden den Arbeitsmarkt, wie billig beispielsweise die Arbeit der Polen ist und dass „die Ukrainer die Polen der Polen sind”. Burkhard Damrau ist als „Biolek kreuzweise” ein Volltreffer, das Publikum hört genau zu, um sich an seiner herrlichen Parodie ausgiebig freuen zu können. Dann wird das „Internationale Währungsfondue” aufs Korn genommen, und Dieter Richter stellt fest: „Wir sitzen doch alle im gleichen Kot!”

Wenn die beiden sächseln, dann macht das Zuhören am meisten Spaß. Dieter Richter beispielsweise brabbelt in atemberaubendem Tempo. Er spricht eine Besucherin in der ersten Reihe an: „Muddi, haste mitgereschnet?”

Wir müssen überall sparen, und aus dem Alphabet wurde das „S” gestrichen. Da kommt eine köstliche Rede im Bundestag heraus. Kopfschüttelnd und lachend applaudierten die Zuhörer. Eine andere Sparmaßnahme: Alle über 70-jährigen bekommen demnächst keine Medikamente mehr verschrieben. Die gepfefferte Antwort: „Da stirbt man wieder eines natürlichen Todes.”

Einige Plätze blieben leer im Haus der Stadt. Die meisten Gäste waren sicher auch in der zweiten Hälfte ihres Lebens. Sie amüsierten sich über die Anmerkungen und das gekonnte Spiel des Pianisten, Marcus Ludwig, der unauffällig, aber treffend, die Vorträge untermalte.