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Das Jugendamt in Düren: „Jungenarbeit“ als roter Faden

Das Jugendamt in Düren : „Jungenarbeit“ als roter Faden

Die Mitarbeiter des städtischen Jugendamtes rücken das Thema „Jungenarbeit“ in den Fokus. Personell hat sich bei ihrem Team einiges verändert. Was ist für die nächste Zeit geplant?

Im Jugendamt der Stadt Düren hat sich auch personell in den vergangenen anderthalb Jahren einiges getan. Mit Katrin Edler kam eine junge Mitarbeiterin für Jugendpartizipation mit ins Team und half, das Jugendcafé aufzubauen. Melanie Schunk wurde für die Mobile Jugendarbeit Düren Nord-West eingestellt. Solveig Hondrich ist als neue Straßensozialarbeiterin im Projekt „Jugend stärken im Quartier – JUST Nord“ verortet.

Peter Junker übernahm die Leitung der Abteilung Sozialpädagogische Dienste und René Langenfeld dessen vorherige Funktion als Teamleiter Offene und Mobile Jugendarbeit, Streetwork. Ganz neu mit dabei ist Sascha Dick. Jahrelang hat er die Jugendcamps am Badesee mit betreut. Jetzt tritt er auf dem Abenteuerspielplatz (ASP) der Stadt Düren die Nachfolge des langjährigen ASP-Leiters Max Porst an, der zum Jahresende in Rente geht. Viel neue Power also und ein untereinander gut vernetztes Team, das sich jetzt neuen Herausforderungen stellen will.

In der Jugendarbeit sind Männer wie Peter Junker, René Langenfeld und Sascha Dick nach wie vor eindeutig in der Minderheit. Die meisten, die hier arbeiten, sind Frauen. Deshalb ist es kein Zufall, wie Peter Junker betont, dass sich die drei als roten Faden im nächsten Jahr das Thema „Jungenarbeit“ gewählt haben. René Langenfeld erarbeitet gemeinsam mit den Leitern der Jugendhäuser ein Jahresprogramm zum Thema „Jungenarbeit“.

Für den 7. Oktober 2021 ist eine Fachtagung mit dem Titel „Herausforderung Männlichkeit“ geplant. Ein Jungentag soll anschließend das Thema rund machen. Peter Junker hat schon mehrfach Versuche unternommen, „Jungenarbeit“ in den Fokus zu nehmen. „Im Jugendförderplan der Stadt Düren sind geschlechtsspezifische Angebote festgeschrieben. Seit 20 Jahren gibt es Mädchengruppen. Warum gibt es das nicht für Jungen?“

In Kitas und Grundschulen dominiert eindeutig die Zahl der Erzieherinnen und Lehrerinnen. Viele alleinerziehende Mütter ergänzen das gesellschaftliche Phänomen, dass zahlreiche Jungen ohne männliche Vorbilder aufwachsen. René Langenfeld hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt, Forschungsberichte gelesen und festgestellt: „Themen wie Gewalt und Radikalisierung, aber auch Sucht und Suizid sind männlich dominiert.“

Ob es da eventuell einen Zusammenhang zu den fehlenden männlichen Vorbildern gibt, ist eine der Fragen, denen die drei Jugendamtsmitarbeiter im kommenden Jahr nachgehen wollen. Peter Junker ergänzt: „Männliche Jugendliche haben ein schlechtes Image, werden als gewalttätig angesehen, es sind aber auch viele Opfer dabei. Wir wollen das thematisieren, Kolleginnen und Kollegen für das Thema sensibilisieren und mit Jungen ins Gespräch kommen.“

Ein Arbeitskreis „Jungenarbeit“ hat sich bereits gebildet, obwohl es gar nicht so einfach war, im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit genug männliche Mitarbeiter zu finden. Der Arbeitskreis soll den Prozess der Jungen-Gruppenarbeit in den Jugendheimen begleiten.

Sascha Dick möchte nach der Winterpause den Abenteuerspielplatz konzeptionell neu aufstellen, gemeinsam mit den Zielgruppen, die ihn nutzen, verschiedene Bereiche entwickeln. Dabei ist an eine engere Kooperation mit umliegenden Einrichtungen für Kinder und Jugendliche gedacht sowie an eine Ausweitung der Zielgruppe in Richtung Jugendliche. Auch auf dem ASP soll im nächsten Jahr „Jungenarbeit“ ein Themenschwerpunkt sein.