Jugendsport Wenau gewinnt Dürener Hallenfußball-Stadtmeister

34. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in Düren : Jugendsport Wenau siegt im Neun-Meter-Krimi

Bastian Porschen hatte es auf dem Fuß: 6:6 hieß es im Neun-Meter-Schießen des Endspiels um die 34. Dürener Hallenfußball-Stadtmeisterschaft zwischen Jugendsport Wenau und dem TuS 08 Langerwehe, als sich der 19-jährige Stürmer der Wenauer den Ball schnappte.

Zuvor hatte sein Keeper Marvin Olbrich gegen den Langerweher Ardian Beqiri gehalten. Und Bastian Porschen, der sich mit 13 Treffern auch die Torjägerkrone sicherte, ließ TuS-Torwart Jan Krämer keine Chance.

Mit Jugendsport Wenau trug sich damit nach Alemannia Straß (2011) zum zweiten Mal ein Team in die Siegerliste des von Viktoria Birkesdorf ausgerichteten Turniers ein, das nicht aus dem Stadtgebiet kommt. Und das alles andere als unverdient. Mit acht Siegen und einem Remis waren die Schützlinge von Trainer Marco Bachmann durch Vor- und Zwischenrunde gestürmt, hatten 39 Mal (!) getroffen und nur fünf Gegentore kassiert.

Auch im Halbfinale gegen Titelverteidiger Sportfreunde Düren waren die Wenauer nicht zu stoppen, siegten am Ende ebenso verdient mit 4:2, wie der TuS Langerwehe, der sich im zweiten Halbfinale mit dem gleichen Ergebnis gegen SW Düren durchsetzte. Die Schwarz-Weißen spielten allzu offensiv, wurden vom TuS immer wieder ausgekontert und mussten sich schließlich im Neun-Meter-Schießen um Platz Drei auch noch Sportfreunde (1:3) geschlagen geben.

In einem packenden Finale war Wenaus Glorian Nzuzi – wie in dieser Szene von gleich zwei TuS-Akteuren – kaum zu stoppen. Foto: ZVA/Jörg Abels

Die Zuschauer sahen in Zwischen- und Endrunde packende Spiele mit hohem Tempo und vielen technischen Finessen. Die beiden Mittelrheinligisten Arnoldsweiler und 1. FC Düren I vermisste kaum einer der Zuschauer, die im Finale ein Duell auf Augenhöhe erlebten. Die Tore von Stein, Kowalik, Kuc und Boubrik für den TuS glichen Ruegenberg (2), Nzuzi und Werres postwendend wieder aus, so dass der Stadtmeister wie im Vorjahr vom Neun-Meter-Punkt ermittelt werden musste.

„Ich glaube, wir waren über beide Tage gesehen die beste Mannschaft und hatten im Finale natürlich auch das nötige Quäntchen Glück“, kommentierte Marco Bachmann den Sieg seiner Schützlinge, von dem er sich Rückenwind auch für die Meisterschaft erhofft. „Wir wollen Sportfreunde und Schwarz-Weiß an der Spitze noch etwas ärgern“, kündigte der Trainer des Bezirksliga-Dritten an, der mit zwei beziehungsweise vier Punkten Rückstand noch in Schlagdistanz liegt. Auch TuS-Trainer Manni Stärk will den Schwung mitnehmen und hofft, dass die personellen Probleme der Hinrunde nun der Vergangenheit angehören.

Bastian Porschen sicherte sich die Torjägerkrone mit 13 Treffern. Foto: ZVA/Jörg Abels

In der Vorrunde am Samstag hatten sich die im Vorfeld favorisierten Teams keine Blöße gegeben. Einzige Ausnahme: der FC Kurdistan: Der Tabellenzweite der Kreisliga A war mit der Reserve angetreten und schied ohne Punkt aus. Die mit A-Jugendlichen verstärkte Landesliga-Reserve des 1. FC Düren hingegen marschierte bei nur einer Niederlage gegen den SC Merzenich (2:3) mühelos in die Zwischenrunde am Sonntag, in der das dann durchweg mit Landesliga-Kickern bestückte Team aber Federn lassen musste. Nach Niederlagen gegen SW Düren (0:1) und A-Ligist Lendersdorf (3:4) war das Halbfinale früh in weite Ferne gerückt. Wie in der Meisterschaft lieferten sich Schwarz-Weiß und Sportfreunde ein Duell um den Gruppensieg, das die Rölsdorfer trotz eines 2:3 im direkten Vergleich für sich entschieden.

In der zweiten Zwischenrundengruppe stand Bezirksligist Jugendsport Wenau nach vier Siegen vorzeitig als Gruppenerster fest. Die wiedererstarkten Hallenspezialisten von Düren 77 und der TuS Langerwehe lieferten sich nach einem 2:2 im direkten Vergleich in ihren letzten Gruppenspielen ein Fernduell im Kampf um die Halbfinalteilnahme, das aber nach einer Niederlage der 77er gegen Wenau vorzeitig entschieden war.

Am Ende zog der Viktoria-Vorsitzende Torsten Heinen ein zufriedenes Fazit: „Die Halle war an beiden Tagen sehr gut gefüllt und die Zuschauer haben auch ohne die Mittelrheinligisten tolle und vor allem faire Spiele gesehen.“