Düren: Jugendliche gestalten ihr eigenes Café als Treffpunkt für junge Leute

Düren : Jugendliche gestalten ihr eigenes Café als Treffpunkt für junge Leute

Mangelndes Engagement und fehlende Einsatzfreude kann man Jacqueline und Lara Rösche, Greta Waltenberg, Stefan und Andreas Krischer, Marco Almstädt, Fee Heinrichs, Dominik Schröteler und Cylia Ungar absolut nicht vorwerfen.

Die Jugendlichen sind alle zwischen 13 und 21 Jahre alt und haben sich im Rahmen des Projektes „Jugend macht Stadt“ für ein Jugendcafé in der Dürener Innenstadt starkgemacht. Und das nimmt jetzt Formen an. Carina Salentin, Abteilungsleiterin beim Dürener Jugendamt, und die Jugendlichen haben in der Weierstraße einen geeigneten Raum für das Jugendcafé gefunden, seit Ende Mai ist der Mietvertrag unterschrieben. Die Stelle für einen Sozialarbeiter oder einen Sozialpädagogen, der das Jugendcafé betreuen soll, ist ausgeschrieben. Und die jungen Leute haben mit der Renovierung des ehemaligen Restaurants begonnen.

Das neue Jugendcafé entsteht in einem Ladenlokal im vorderen Bereich der Weierstraße, direkt am Markt. Die Jugendlichen renovieren den Raum selbst. Foto: kin

„Wir haben die Theke und die Wände neu gestaltet“, sagt Dominik Schröteler, „und werden demnächst auch einen neuen Fußboden verlegen.“ Einen Teil der Wände haben die Jugendlichen mit Holz verkleidet, ein anderer ist weiß gestrichen und soll von einem Graffiti-Künstler gestaltet werden. Außerdem soll es eine große Tafel geben, die die jungen Leute als — zugegeben etwas altmodischen — Informationskanal nutzen können. Darüber hinaus sind die Jugendlichen im Augenblick auf der Suche nach einer — preisgünstigen — Küche für ihr Café. Auch ein griffiger Name und ein Logo müssen noch gefunden werden. Finanziert wird das Projekt, jedenfalls, was Miete, Unterhaltskosten und das Gehalt des Sozialarbeiters angeht, aus dem Jugend- und Förderplan der Stadt Düren.

„Es hat sehr viele Treffen der Jugendlichen mit Vertretern des Jugendamtes gegeben“, erklärt Carina Salentin. „Wir haben ein Konzept erarbeitet, die Räumlichkeiten gesucht und versucht, Sponsoren zu finden.“ Salentin spricht von einem „Projekt der Jugendpartizipation, das sehr gut funktioniert.“ Die jungen Leute würden viele Ideen einbringen und seien bereit, viel Zeit für „ihr Café“ zu opfern. „Die Jugendlichen arbeiten mit uns Hand in Hand. Das ist wirklich vorbildlich.“

Warum ein Jugendcafé für die Dürener Innenstadt sinnvoll ist, ist schnell erklärt: „Der Kreis Düren ist flächenmäßig sehr groß“, sagt Stefan Krischer. „Deswegen ist es wichtig, dass es für Jugendliche einen Anlaufpunkt mitten in der Stadt gibt. Und zwar einen, wo sie nicht für viel Geld Getränke kaufen müssen wie in einer Gaststätte.“

„Unschlagbare Lage“

Die neuen Caféräume seien zwar nicht besonders groß und auch ziemlich schlauchförmig, von der Lage aber „absolut unschlagbar“. Cylia Ungar erklärt: „Es ist direkt am Markt und wirklich von allen Dürener Schulen super zu erreichen. Der Kaiserplatz ist nur einen Katzensprung entfernt, dort kommen die meisten an, die mit dem Bus nach Düren kommen.“ Das neue Jugendcafé soll zunächst von montags bis freitags immer nachmittags und eventuell auch an einigen Vormittagen geöffnet sein. Andreas Krischer: „Das müssen wir aber auch noch einmal besprechen, wenn feststeht, welcher Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge das Café betreuen wird.“

Natürlich wollen die Jugendlichen auch selbst mit anpacken. „Es wird Getränke und kleine Snacks geben“, sagt Andreas Krischer. „Wir denken, dass sich sehr viel über Selbstbedienung regeln lässt, aber wir wollen auch einen Dienstplan für die Jugendlichen erstellen, die bereit sind, im Café mitzuarbeiten.“ Klar, dass niemand böse ist, wenn Gäste im Jugendcafé nichts trinken möchten oder ihre eigene Flasche Wasser auspacken.“ Das neue Café soll Treffpunkt sein zum Klönen, aber auch zum gemeinsamen Lernen. Darüber hinaus wollen die Jugendlichen vom Organisationsteam auch kleinere Veranstaltungen, beispielsweise Konzerte oder Lesungen, organisieren.

Wann das neue Café öffnen wird, können Salentin und die Jugendlichen noch nicht sagen. „Wir hoffen, dass es noch dieses Jahr soweit ist“, sagt Salentin und betont, dass das Projekt ja schon längst gestartet ist. „Die Jugendlichen arbeiten schon seit längerer Zeit an dem Projekt. Natürlich ist am Ende das Ergebnis wichtig, aber eben auch der Weg dorthin.“

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