Jubiläumskonzert der "Bremsklötz" in der Festhalle

Jubiläumskonzert : „Bremsklötz“ sind teuflisch gut und himmlisch jeck

Wäre ein Unwissender am Karnevalsfreitag zufällig in die Birkesdorfer Festhalle spaziert, hätte sich ihm ein ungewöhnliches Bild geboten: Die Halle ist bis zum Rand gefüllt mit Engelchen und Teufelchen jeder Art. Sie warten auf etwas, blicken gespannt auf einen Boxring in der Mitte der Halle. Soll hier ein himmlischer Boxkampf stattfinden?

Nein, wissen alle, die mit den Heimkonzerten der „Bremsklötz“ in Birkesdorf vertraut sind. Der „Boxring“ ist die Bühne, nicht traditionell vor Kopf sondern mitten im Publikum, und die himmlischen Kostüme sind selbstverständlich dem Motto des „teuflisch jut & himmlisch jeck“ geschuldet.

Die Dürener Mundart Band hat etwas zu feiern: Ihr 2 x 11-jähriges Bestehen. Vor nunmehr 22 Jahren wurde die „Boygroup met Hätz“ gegründet und konnte seit dem viele Erfolge feiern. Die „Bremsklötz“ covern nicht nur Hits aus dem Karneval, sie schreiben auch eigene Lieder, veröffentlichten mehrere CDs und gastierten zum Beispiel schon bei der Närrischen Hitparade.

„Damals hätte ich nie gedacht, dass wir so erfolgreich werden“, erzählt Gründungsmitglied Thomas Cremer. „Wir waren ja eigentlich nur für die eigenen Sitzungen unserer Heimatgesellschaft BKG Grieläächer vorgesehen. Wahnsinn, wenn man heute zurückblickt.“

Singende Frikadellen

Der Name „Bremsklötz“, erklärt er außerdem, entstand, weil die Urbesetzung alles „gestandene Kerle“ waren und „Bremsklötz“, was im Dürener Land ja bekanntlich Frikadellen heißt, perfekt zu ihnen passte.

Zum Jubiläumskonzert lud man selbstverständlich in die Heimat nach Birkesdorf ein: „Die Festhalle ist unser Wohnzimmer und hat mit den beiden Wirten tolle Pächter, die uns sehr unterstützen“, betont Stefan Nepomuck. Bei ihren Heimkonzerten ist es schon zur Tradition geworden ein Motto auszurufen. So betrat auch die Band selbstverständlich die Bühne im passenden Kostüm: Thomas Cremer und Stefan Nepomuck als Engel und Simon Reuvekamp und Michael Rogalla als Teufel. Ob das auch ihre Persönlichkeiten widerspiegelt, bleibt offen.

Stimmung entstand jedenfalls schnell auf der Boxring-Bühne, auf der die vier sich so verteilen konnten, dass sich quasi jeder im Publikum direkt angesungen fühlte. Passend zum Motto sangen die „Bremsklötz“ den Klassiker „Wenn de Engelcher ens Fastelovend fiere“, aber auch Hits der aktuellen Session wie Paveiers „Nie mehr Alkohol“. Eigenes wie „Mach dir die Welt, su wie sie dir jefällt“ durfte aber natürlich auch nicht fehlen. Bei so guter Stimmung verständigten sich auch Himmel und Hölle und Engelchen und Teufelchen schunkelten gemeinsam.

Mit Rollator und Rollstuhl

Für einen war das Spektakel in der Heimat noch etwas Neues. Michael Rogalla ist seit dem Dürener Stadtfest im September der vierte im Bunde und folgt damit auf den nun „pensionierten Bremsklotz“ Jörg Rogge. Fragt man die „Bremsklötz“ nach der Zukunft und ob sie wohl noch die nächsten 22 Jahre auf der Bühne stehen werden, antworten sie mit einem Lächeln: „Wenn dann Bands mit Rollator und Rollstuhl auftreten können mit Sicherheit“, sagt Simon Reuvekamp.

Am Karnevalsfreitag war daran jedenfalls noch keineswegs zu denken und die vier „Bremsklötz“ gestalteten voller Energie und guter Laune einen himmlischen Jubiläumsabend.

(kim)
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