Düren: Jetzt sind Park-Ranger in Düren unterwegs: Pilotprojekt läuft zwei Jahre

Düren : Jetzt sind Park-Ranger in Düren unterwegs: Pilotprojekt läuft zwei Jahre

Als „laufende Litfaßsäulen“ bezeichnet Erol Aydin sich und seinen Kollegen Naim Istrefi, seit sie seit Monatsanfang als Park-Ranger in Dürens Grünanlagen präsent sind. Aydin meint damit, dass sie zwar mit wachen Augen unterwegs sind, Parkgäste über die geltenden Regeln und Verbote informieren, aber keine Strafzettel für wildes Grillen oder andere Verstöße schreiben. Das darf weiterhin nur das städtische Ordnungsamt.

Das Pilotprojekt mit vier Park-Rangern ist auf zwei Jahre angesetzt, verantwortlich ist der Dürener Service Betrieb (DSB). Dessen Chef Richard Müllejans legt Wert auf den Begriff „begehen“, um die Arbeit der neuen Posten zu beschreiben. „Wir begehen die Parks, wir kontrollieren sie nicht. Wir wollen Präsenz zeigen, damit die Parks sauber bleiben und sich gerade ältere Bürger in den Parks subjektiv sicherer fühlen“, erklärt Müllejans.

Ordnungsdienst entlasten

Sinn und Zweck hinter dem Pilotprojekt ist die Entlastung des Sicherheits- und Ordnungsdienstes (SOD) der Stadt. Das war in der Vergangenheit ein Anliegen der „Ampel“-Koalition im Dürener Rat. „Der SOD soll sich voll und ganz um die Innenstadt kümmern, wir haben die Parks im Blick und wollen Partner der Bürger sein“, betont Müllejans, der auch direkt klarstellt, dass der Langemarckpark dabei keine Priorität genieße.

Der Park unterhalb der Bahngleise an der Josef-Schregel-Straße war nach dem Fund Hunderter Drogenspritzen in den anliegenden Gebüschen in den Fokus geraten. „Der Langemarck-Park ist nicht unser Thema, darum sollen sich die Fachmänner kümmern“, sagt Müllejans. Die neuen Teams sind auch nicht für die Kontrolle von Spielgeräten zuständig, die insbesondere im vergangenen Sommer gezielt manipuliert worden waren. Die Aufgabe übernehmen weiter die Reinigungs-Teams des DSB.

Auf Streife sind die Park-Ranger an allen Tagen der Woche, primär an Wochenenden mit gutem Wetter, wenn die Bürger in den Parks sowie am Ruruferradweg entspannen und natürlich am Badesee verweilen. Dann liegt das Augenmerk der Teams darauf, Grillenden zu erklären, dass sie den Ort sauber zu hinterlassen oder unter Umständen Bereiche wie Spielplätze zu verlassen haben, wenn sie dort unerlaubt die Kohlen befeuern.

„Am ersten Wochenende hat das auch direkt gut geklappt. Wir haben den Kontakt gesucht und die Reaktionen der Bürger waren positiv“, sagt Erol Aydin, 39, der beim Ordnungsamt angestellt ist und für den Job als Park-Ranger abgeordnet wurde. „Es ist natürlich entspannter, in den Parks unterwegs zu sein, als in der Stadt manchmal in kritische Situationen zu geraten.“ Aydin weiß, wovon er spricht, da er im November 2016 als Ordnungshüter in die Vorfälle an der Scharnhorststraße verwickelt war. Als Schutz sollte er danach eigentlich vom Außendienst befreit werden, aber er ist „gerne draußen und im Kontakt mit den Bürgern“.

„Werden anders wahrgenommen“

Naim Istrefi, 44, ist seit Januar 2017 beim DSB und war zuvor zuständig für die Grünanlagen in der Nordstadt und Birkesdorf. Die neue Arbeitskleidung, jetzt im Sommer ein dunkles Polo-Shirt mit der Aufschrift Park-Ranger vorne und hinten, werde die Kommunikation mit den Bürgern erleichtern, glaubt er. „Wir werden schon anders wahrgenommen, als wenn wir in orangener Kleidung den Müll aufsammeln“, sagt Istrefi.

In drei Monaten, also nach den Sommermonaten, wird der DSB der Politik einen ersten Bericht liefern, kündigt Müllejans an. Dafür haben seine Mitarbeiter Block, Stift und Kamera dabei, um ihre Erfahrungen und Vorfälle zu dokumentieren, auch wenn sie keine Sanktionen erteilen dürfen. Der DSB-Chef ist guter Dinge, dass das Pilotprojekt ein Erfolg wird. Er betont: „Unser Ziel ist, dass die Bürger für die Parks immer einen Ansprechpartner haben und das Miteinander stimmt.“

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