Morschenich: Jetzt haben die Morschenicher die Qual der Wahl

Morschenich: Jetzt haben die Morschenicher die Qual der Wahl

In vier Wochen, am Sonntag, 20. Juni, wird (nur) in Morschenich wieder gewählt. Die Einwohner ab 16 Jahren können darüber abstimmen, wo der dem Tagebau weichende Ort neu entstehen soll.

Die Wahl findet von 10 bis 18 Uhr im Schützenheim statt.

Die drei möglichen Standorte wurden am Mittwochabend im Rahmen einer von der Kölner Bezirksregierung einberufenen Bürgerversammlung vorgestellt - im wahrlich dörflichen Ambiente einer großen Scheune.

Über 200 Menschen hatten sich eingefunden, um von den Behördenvertretern und Planern aus erster Hand zu erfahren, welche Vor- und Nachteile die Bereich „Am Burgpfad”, „An der Elle” und „Zwischen den Höfen” bieten.

Alle drei Standorte schließen sich nah an den Hauptort Merzenich an. Etwas anderes kam wegen des Landesplanungsgesetzes nicht in Frage. Zwei weitere „Suchräume” (im Süden und im Osten von Merzenich) sind im Laufe der umfangreichen Untersuchungen wegen etlicher planerischer Hemmnisse zu den Akten gelegt worden.

Der Bereich „Zwischen den Höfen”, der auf Antrag des Bürgerbeirates mit in die Untersuchungen einbezogen wurde, ist am ehesten mit der „Insellage” des noch bestehenden Dorfes vergleichbar: Durch einen mehrere Hundert breiten Streifen von der nächsten Bebauung entfernt. Wie in der Diskussion deutlich wurde, finden viele Morschenicher die Lösung sympathisch, Poblematisch an dieser Variante ist die stark befahrene Landesstraße 264, die zwischen Merzenich und dem möglichen „Neu Morschenich” verläuft. Das Reizvolle am Bereich „An der Elle” ist der in Nord-Süd-Richtung durch den Bereich fließende Ellebach, der besondere gestalterische Möglichkeiten eröffnet. „Am Burgpfad” liegt näher an Düren als die anderen Standorte.

Alle drei Bereiche werden den bei einer Haushaltsbefragung am häufigsten genannten Wünschen gerecht: geschützte Wohnlage, Ungefährlichkeit für Kinder, Möglichkeit der Tierhaltung und gute Verkehrsanbindungen.

Auch würde jeder der drei ins Auge gefassten Standorte die schlechte Versorgung mit Geschäften für den täglichen Bedarf durch die unmittelbare Nähe zum gut ausgestatteten Hauptort Merzenich deutlich verbessern. Darüber hinaus hätte es mit der schlechten Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr ein Ende.

Unmittelbar nach der Abstimmung am 20. Juni werden die konkreten Planungen für den favorisierten Standort in Angriff genommen. Dabei spielt eine ganz wesentliche Rolle, wie viele Morschenicher tatsächlich „mitziehen” wollen.

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