Düren: Jedes Jahr kommen 200 Häuser unter den Hammer

Düren: Jedes Jahr kommen 200 Häuser unter den Hammer

Im Amtsgerichtsbezirk Düren gibt es derzeit 42 Häuser und Eigentumswohnungen, die zwangsversteigert werden sollen. Paul Reitler, Rechtspfleger beim Dürener Amtsgericht und zuständig für die Zwangsversteigerungsverfahren, schätzt, dass im Jahr rund 200 Immobilien im Alt-Kreis Düren „unter den Hammer” kommen.

Genau weiß er es nicht. „Wir führen hier keine genauen Statistiken über die Zahl der Zwangsversteigerungen. Das interessiert uns gar nicht, wann es wie viele Zwangsversteigerungen gegeben hat”, so Reitler.

42 Häuser und Wohnungen sowie Grundstücke und Geschäftsräume, die zur gleichen Zeit zwangsversteigert werden sollen, so Reitler, seien aber durchaus nichts Ungewöhnliches. Im Internet kann man sich unter http://www.zwangsversteigerung.de/amtsgericht/Düren alle Objekte, die versteigert werden sollen, angucken. Da gibt es im Augenblick zum Beispiel ein Grundstück in Nideggen mit einer Größe von 8550 Quadratmetern und einem Verkehrswert von 3000 Euro genauso wie ein Mehrfamilienhaus in Düren für 337.000 Euro.

Paul Reitler: „Wir haben natürlich immer die Hoffnung, dass die Objekte der Zwangsversteigerung auch verkauft werden. Das ist ja klar.” Bleiben Immobilien unversteigert, gibt es so viele Versteigerungstermine, wie es das Gesetz erlaubt. „Danach”, so Reitler, „wird das Verfahren zunächst aufgehoben. Und der alte Eigentümer behält sein Haus. Meist wird das Verfahren dann irgendwann neu aufgerollt.”

Der Verkehrswert des jeweiligen Versteigerungsobjektes wird übrigens durch das Gericht festgesetzt - immer auf der Grundlage des Gutachtens eines vereidigten Sachverständigers, der von der Justiz beauftragt worden ist. Wer den Zuschlag für eine Immobilie erhält, muss zusätzlich zu seinem Gebot natürlich die Gerichtskosten für das Verfahren und für die Eintragung im Grundbuch sowie die Grunderwerbssteuer zahlen. Die Gerichtskosten richten sich nach dem Höchstgebot für die jeweilige Immobilie.

Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik des Landes NRW verlässt sich in Sachen Zwangsversteigerungen auf die Zahlen von „Argetra”, einem Verlag für Wirtschaftsinformation. Demnach hat es bundesweit 1997 „nur” 39.500 Zwangsversteigerungstermine gegeben. 2008 waren es mit 89.379 Terminen mehr als doppelt so viele. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Zwangsversteigerungen von 2007 auf 2008 um rund sechs Prozent gestiegen.

Bei der Sparkasse Düren ist man zufrieden mit der Zahlungsmoral der Kreditnehmer. „Auch in den letzten Monaten hat es in dieser Beziehung keine negative Entwicklung gegeben”, berichtet Pressesprecher Dirk Hürtgen. Was das Thema Zwangsversteigerung anbelange, so sei die Zahl der Fälle seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise keineswegs gestiegen. Hürtgen: „Die Sparkasse als Gläubiger hat im Vergleich von 2008 zu 2009 sogar etwas weniger Verfahren betrieben”.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat am Dienstag den öffentlich-rechtlichen Sparkassen noch einmal ausdrücklich das Recht zugesprochen, Kredite weiter verkaufen zu dürfen. Wird die Sparkasse Düren daraus Konsequenzen ziehen? Hürtgen: „Wir haben bisher keine Kredite weiter verkauft und wir werden das auch künftig nicht tun.”