Jakobwüllesheim: Jakobwüllesheimer blicken in die Zukunft

Jakobwüllesheim : Jakobwüllesheimer blicken in die Zukunft

„Was passiert hier im Dorf?“ Diese Frage beschäftigt viele Jakobwüllesheimer. Zwei Neubaugebiete sind geplant, die Dorfmitte rund um Spielplatz und Kirche soll 2019 erneuert werden, der Anschluss an die Bördebahn, die ab 2020 stündlich fahren soll, steht bevor. Diese und weitere Themen sorgen für Gesprächsstoff und auch für einige Fragezeichen.

Sowohl bei den Vertretern der Interessengemeinschaft (IG) Jakobwüllesheim als auch beim Ortsvorsteher Patrick Broyer häuften sich zuletzt die Gespräche mit Bürgern. Auf deren Fragen und Sorgen konnten sie aber nicht immer bestmöglich eingehen. IG-Vorsitzender Andreas Kunde sagte, dass ein großer Informationsbedarf bestand, und Christian Thomas, bis vor kurzem Geschäftsführer der IG, ergänzte: „Wir selbst bekamen auch immer nur Infos aus dritter Hand. Wir wollten eine gebündelte Informationsquelle vonseiten der Gemeinde. Schließlich wollen wir den Ort und seine Bewohner vertreten.“

Gesagt getan: Die IG lud die Jakobwüllesheimer in die alte Schule ein, wo Bürgermeister Joachim Kunth (CDU) über die anstehenden Entwicklungen informierte. „Die Veranstaltung lief sogar besser, als von uns erwartet“, schwärmt Andreas Kunde. Ortsvorsteher Patrick Broyer schätzt, dass mindestens 90 Bürger da waren: von Schülern in der ersten bis zu Senioren in der letzten Reihe. „Es gibt ein ganz großes Interesse. Viele haben mitdiskutiert und Fragen gestellt“, sagt Broyer, der sich auch freute, erst kürzlich Zugezogenen gesehen zu haben.

Wesentlicher Tenor war laut Thomas: Das Zusammenleben soll aktiv bleiben. Die Jakobwüllesheimer wünschen sich zum Beispiel einen Ort, an dem sich verschiedene Altersgruppen treffen können. Konkret denken sie dabei an einen Spielplatz, der auch für Ballspiele genutzt werden kann, und an eine Fläche, die Vereinen für Feste zur Verfügung steht.

Thema Sportplatz

Viele Jakobwüllesheimer beschäftigte auch der Sportplatz, der nun Bauland weichen soll. Christian Thomas meint: „Dass der Sportplatz wegkommt, tut einigen in der Seele weh.“ Die große Mehrheit habe aber — spätestens nach der Veranstaltung der IG — eingesehen, dass nach der Auflösung des Sportvereins der Platz nicht mehr genutzt wird. Obwohl er brachliegt, verursacht dessen Pflege noch Kosten. Durch ein Neubaugebiet an dieser Stelle gewinne das Dorf aber an Perspektiven und Potenzial, meint Thomas.

Der Eindruck von ihm und seinen Mitstreitern war, dass es vielen Bürgern weniger um die grobe Marschrichtung, als vielmehr um die Details und die Ausgestaltung geht. So auch bei einem weiteren Thema, das im Ort mit vielen Emotionen verbunden ist: die Neugestaltung der Dorfmitte rund um den Spielplatz am Fuße der Jakobus-Kirche, geplant für 2019.

Diesen Platz aufzuwerten und dessen Bedeutung nicht durch andere Orte in den Neubaugebieten zu schmälern, lag einigen am Herzen. Thomas: „An Details scheiden sich vielleicht die Geister, aber da wird man eine Lösung finden.“

Für solche Lösungen sind einigen Bürgern schon Ideen gekommen. „Die Veranstaltung hat viele angeregt, sich Gedanken zu machen“, sagt Thomas. So gingen bei der IG nicht nur Vorschläge und Ideen ein, sondern sogar ein mehrseitiges Konzept mit Collagen und teils selbstgezeichneten Grafiken. Die Vorschläge möchte die IG nun auswerten, sich positionieren und die Ideen dann über die Jakobwüllesheimer Ratsmitglieder in die Politik einbringen. Ihr Aufruf an die Mitbürger gilt weiterhin: „Gestaltet mit!“

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