Düren: Jahreskonzert der Brass Band Düren im voll besetzten Haus der Stadt

Düren: Jahreskonzert der Brass Band Düren im voll besetzten Haus der Stadt

Eine Brass Band kann mehr als nur Blasmusik spielen — viel mehr. Denn eigentlich bilden Martin Schädlich und seine künstlerischen Mitstreiter ein voll ausgewachsenes Sinfonieorchester, in dem es halt Blechbläser und Schlagwerker gibt.

Wie breit gefächert ihr Repertoire ist und wie umfassend ihre Möglichkeiten als Interpreten, das haben der Dirigent und die Aktiven der Brass Band Düren bei ihrem Jahreskonzert im Haus der Stadt rund 450 Zuhörern gezeigt.

Fest der gepflegten sinfonischen Blechbläser-Musik: Beim Jahreskonzert im Haus der Stadt begeisterten die Aktiven der Brass Band Düren unter ihrem Dirigenten Martin Schädlich rund 450 Zuhörer. Foto: Christoph Hahn

Zur Einleitung ließen sich, wie bei diesen Konzerten üblich, die Mitglieder des Ensembles „Brass für Spaß“ vernehmen. Mit dem flott und frisch gespielten Marsch „The Liberty Bell“ von John Philip Sousa gaben die Mitglieder der gleichfalls von Martin Schädlich geleiteten Truppe dem Programm einen ansprechenden Auftakt, um darauf mit Frode Nielsens „Vitae Lux“ ihre Herzensneigung zur „ernsten“ Kammermusik auszuleben und zugleich Jana Braunsburger (Kornett) ein angemessenes Ambiente für ihr Solo.

Apropos Solo: Vier ganz junge Schüler des Dirigenten, Julia Knödelmann aus Rösrath, Lina Schmdt (Langerwehe), Vera Kunzendörfer (Aldenhoven) und Marco Grassl (Birkesdorf), legten zusammen mit ihren erwachsenen „Kollegen“ mit glänzendem Spiel und viel Mut dazu, ihr Können einmal vor vielen Leuten zu beweisen, alle Ehre für sich und ihren Lehrer ein. Eine Zugabe, die Kurzversion der Ouvertüre zu Rossinis Oper „Wilhelm Tell“, rundete diesen Teil zum Vergnügen des Publikums ab.

Die Brass Band, die darauf in voller Besetzung mit fünf Perkussionisten auf der Bühne Einzug hielt, zeigte auf ihre Weise ebenfalls Einsatz und Mut. Nach einem ebenfalls populären Auftakt, der „Champions League Hymn“, stellten sich die Mitglieder und ihr Dirigent als ernst zu nehmende Interpreten zeitgenössischer Kompositionen vor. Nicht nur die melodischen Verläufe und die Rhythmik gelangen dabei allen Beteiligten auf gewinnende Weise schön.

Einen besonderen Akzent aber schien der Leiter der Band auf das flächige und warme Malen der Klangfarben zu legen, wie die sehr zeitgenössisch klingende „Journey Into Peace“ von William Himes mit dem virtuosen Soloposaunisten Sander Hendrix bewies.

Gordon Langfords „Harmonious Variations“ über ein Thema von Händel geriet zum mitunter atemberaubenden Spiel mit barocken Mustern — und rundherum anspruchsvoll wie auch die anderen Stücke unter anderem des Briten Philip Sparke, des wichtigsten lebenden Schöpfers von Brass-Band-Werken, wie sie das Niveau der Dürener verlangt.