Jahreshauptversammlung beim Tierschutzverein für den Kreis Düren

Neuer Vorstand beim Tierschutzverein : Günther Oltrogge geht nach 40 Jahren

Der Tierschutzverein für den Kreis Düren hat die Neuwahl seines Vorsitzenden bekannt gegeben: Nach 40 Jahren im Amt als Vorsitzender trat Günther Oltrogge in den wohl verdienten Ruhestand.

Sein Nachfolger ist Jürgen Plinz, der Oltrogge bis dahin und seit fast 23 Jahren vertreten hat. Als Stellvertreter für Plinz wurden Robert Breuer und Magda Prinz-Bündgens benannt.

Günther Oltrogge, der 1979 den Vereinsvorsitz übernahm, prägte das Dürener Tierheim besonders, so der Verein. Nur ein Jahr nach seinem Amtsantritt musste Oltrogge eine erste große Aufgabe meistern: Die Hundezwinger und das Wohnhaus des Tierheims brannten damals fast vollständig aus. Der Tragödie zum Trotz sei dieses Unglück den Tierschützern zufolge jedoch der Startschuss für die beispiellose Entwicklung des Tierheims gewesen. Der Wiederaufbau der zerstörten Bauten habe 1988 in die Erweiterung des Heims gemündet. In den Folgejahren bis um die Milleniumswende sei das Tierheim unter Günther Oltrogge, Dr. Werner Grisko, Erich Bellschan von Mildenburg und anderen Aktiven zu einem Vorzeigetierheim geworden.

Auch danach habe der Verein und das Heim Oltrogges Handschrift getragen. Insbesondere sein politisches Geschick sei es gewesen, dass ihm bei lokaler und überregionaler Politik Respekt einbrachte. Daneben habe Oltrogge es verstanden, Menschen zur aktiven Hilfe und zum Spenden zu bewegen. Gemeinsam mit seinem langjährigen Vertreter, dem jetzigem Vorsitzenden Jürgen Plinz, bewegten Oltrogge viele Themen im Tierschutz des Kreises Düren. Als Beispiele nennt der Verein den erfolgreichen Protest gegen das Schächten im Jahr 2002 und den Kampf gegen die Errichtung einer Hähnchenmastanlage für 120.000 Tiere in Vettweiß, nach dem bislang keine weitere Baugenehmigung für eine industrielle Tiermastanlage erteilt worden sei.

Initiativen wie zum Beispiel die Schaffung eines eigenen Ausbildungsberufs für die Tierheim-Tierpfleger, seien ebenfalls von Oltrogge und Plinz gekommen. Für den Tierschutzverein, das Tierheim und auch für den Tierschutz im Kreis Düren beginne nun eine neue Zeitrechnung, so der neue Vorsitzende. Er sei glücklich darüber, zwei erfahrene Vorstände als Stellvertreter an seiner Seite zu wissen. Robert Breuer gehöre seit bald vier Jahren dem Führungsteam an.

Magda Prinz-Bündgens sei mit Unterbrechungen seit 1996 Vorstandsmitglied und als Controllerin in einem großen Unternehmen besonders geeignet für die Aufgaben der Schatzmeisterin. Kurz nach dem Amtswechsel werden die so wichtigen politischen Kontakte durch den Vorstand neu begründet. Nach Treffen mit der Leitung des Kreis- Veterinäramtes oder der Unteren Naturschutzbehörde, stehe als nächstes ein Gespräch bei Bürgermeister Paul Larue (Düren) als Standortkommune an.

Mit den Veterinärbehörden des Kreises konnte der Vorstand eine weiterhin enge Zusammenarbeit zur Verhinderung von Tierelend vereinbaren. So finden auch in diesem Jahr unter gemeinsamer Führung zwei Kampagnen zur Kastration von Katzen und Katern in privater Hand statt. Im Hinblick auf die sich ändernden Zeiten will der Vorstand auch neue Wege einschlagen.

Besonders wichtig sei es, die finanzielle Situation des Tierschutzvereins auf die ständig steigenden Kosten auszurichten. „Da sind wir nicht alleine“, sagt Jürgen Plinz. „Kürzlich beklagten auch die Aachener Tierschützer öffentlich, dass die Kosten für die Tierversorgung dort im Heim jedes Jahr deutlich angestiegen sind. Auch in Düren sei das so, und der Verein werde die Einnahmen erhöhen müssen, will er auch noch in ein paar Jahren die sehr gute Tierversorgung leisten.“ Dazu hat sich der neue Vorstand bereits einiges einfallen lassen und wird in den kommenden Monaten mit neuen Aktivitäten auf sich aufmerksam machen.

„Wir müssen häufiger und deutlicher öffentlich machen, was der Tierschutzverein und das Tierheim tun“, so Jürgen Plinz. Wer besser wahrgenommen wird, erhält auch mehr Spenden für seine Arbeit. Zunächst aber freut sich der Vorstand, dass es ihm, noch unter Beteiligung von Günther Oltrogge, gelungen sei, eine neue Kostenerstattung für die Versorgung von Fundtieren mit den Kreiskommunen vereinbart zu haben. Der erste Schritt in die Zukunft sei für die Tierschützer damit gemacht.

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