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Niederau: Iva Zurbo verzückt die Zuhörer im Konzertsaal von Schloss Burgau

Niederau : Iva Zurbo verzückt die Zuhörer im Konzertsaal von Schloss Burgau

Die Gäste verließen den Konzertsaal von Schloss Burgau nach diesem Konzert positiv verwirrt, unheimlich beeindruckt und mit dem Gefühl, eine fünfzehnjährige Pianistin erlebt zu haben, die das Zeug zum Star in der Beherrschung der 88 schwarz-weißen Tasten hat. Heribert Koch, Dozent an der Musikhochschule Münster, präsentierte Iva Zurbo aus Albanien, eine seiner erfolgreichsten Klavierschülerinnen.

Erst ein paar Stunden vorher war Iva Zurbo aus dem Flieger aus Albanien in Deutschland ausgestiegen, um im Konzertsaal von Schloss Burgau einer großen Schar von Musikliebhabern ihr Können unter Beweis zu zeigen. Und dass dies im höchsten Maße gelungen ist, zeigten die Reaktionen der Hörer während der Vorträge, in der Pause und nach dem Konzert. Es war das erste Solokonzert der Musikschülerin.

In der vorletzten Stuhlreihe saß ein bekannter Dürener, selbst Klavierspieler, und schüttelte immer wieder leicht den Kopf, wenn das fünfzehnjährige Ausnahmetalent wieder einmal eine anspruchsvolle Passage gemeistert hatte. In der letzten Reihe verstieg sich Dieter Kleefisch nach Robert Schumanns „Sonate Nr. 2 g-Moll“ zu den Worten: „Sie ist nicht von dieser Welt!“ Am Ende des Konzerts wurden „standing ovations“ mit zwei Zugaben belohnt. Iva Zurbo spielte von Sergei Rachmaninoff „Moment Musical Nr. 4“ und die „Mazurka op. 17 Nr. 4“ von Friedrich Chopin.

Im Mittelpunkt der Musikwerke stand Robert Schumanns „g-Moll Sonate op.22“. Schon die „Anordnungen“ Schumanns zu der Spielweise lassen aufhorchen. Beim ersten Satz heißt es: So rasch wie möglich. Beim zweiten, dem Andantino, können sich Pianist und Hörer leicht entspannen. Der dritte Satz lässt alle Erholung vergessen.“ Da fordert Schumann „Sehr rasch und markiert!“ Iva Zurbo erfüllte die Forderungen des Komponisten voll. „Rondo, Presto“ heißt die Überschrift des vierten Satzes. Es sollte also noch schneller gehen.

Die Frau Robert Schumanns, die hervorragende Pianistin Clara Schumann, habe seinerzeit das Finale für unspielbar gehalten, erläuterte Heribert Koch in seiner Moderation. Schumann hörte auf seine Frau und milderte die wilden Passagen ab. Der ursprüngliche Satz wurde erst zehn Jahre nach Schumanns Tod von seinem Freund Johannes Brahms als „Presto passionato op. posthum“ veröffentlicht. Zum Schluss des Konzerts interpretierte die fünfzehnjährige Albanerin dieses wahnsinnige Werk.

Schumanns Kompositionen wurden an diesem Abend auf Schloss Burgau eingerahmt von Johann Sebastian Bachs „Partita c-Moll“ und Beethovens „Sonate C-Dur“. Selbstverständlich meisterte Iva Zurbo ebenfalls die „Sonate C-Dur von Ludwig van Beethoven. Auch hier setzte sie ihre brillante Technik ein, nahezu noch übertroffen von ihrer sehr sensiblen, empathische Spielweise.

Das Konzert war Teil der vielen Konzerte, die unter der Ägide der Cappella Villa Duria in Person von Johannes Esser, Dr. Gisela Hagenau und ihren Mitstreitern veranstaltet werden.

(bel)