Vettweiß: Investor will in Kelz 65 Baugrundstücke erschließen

Vettweiß : Investor will in Kelz 65 Baugrundstücke erschließen

Seit mehr als 20 Jahren haben die Ortsvorsteher von Jakobwüllesheim ein großes Ziel: Die brachliegende Ackerfläche zwischen Jakobusstraße und Oberstraße soll endlich bebaut werden. Das soll Platz für neue Jakobwüllesheimer schaffen und das Ortsbild schöner machen.

Jetzt könnte dieser langgehegte Wunsch Wirklichkeit werden. Die Eigentümer der Fläche haben sich bei der Verwaltung gemeldet. Sie wollen das Land aufteilen und bebauen.

Der erste Entwurf des Architekturbüros sieht von der Jakobusstraße kommend eine Stichstraße mit Wendehammer vor. An dieser Straße liegen zehn Baugrundstücke, die zwischen 486 und 569 Quadratmeter groß sind. An der Oberstraße sollen zwei weitere Baugrundstücke entstehen. Das Prozedere steht allerdings noch ganz am Anfang, am Dienstag wird erstmal die Politik über das Thema diskutieren. Die vier Grundstücke an den Straßen sind bereits Bauland, die Bebauung im Inneren müsste erst noch abgesegnet werden. Mit dieser überraschenden Entscheidung bekommt der drittgrößte Ort der Gemeinde neuen Schwung, denn erst im November hatte der Rat entschieden, dass auch der nicht mehr genutzte Sportplatz zu Bauland wird.

Im zweitgrößten Ort der Gemeinde, in Kelz (1096 Einwohner), tut sich noch viel mehr: Am Ortsrand in Richtung Lüxheim sollen in 65 Baugrundstücke entstehen. Ein Investor will dort das Neubaugebiet „Lüxheimer Weg“ erschließen, die Grundstücke müssen entsprechend der Forderungen der Gemeinde alle mindestens 400 Quadratmeter groß sein. Ein Gestaltungskonzept sieht eine Zufahrt vom Lüxheimer Weg vor, von wo eine Stichstraße parallel zur Oststraße verläuft. In Richtung Lüxheim soll es eine Ringstraße geben, die einen Block mit 15 Grundstücken im Inneren umschließt.

Die Nachfrage ist hoch

„Neue Baugrundstücke in Kelz und Jakobwüllesheim sind natürlich auch eine wichtige Stärkung für den Grundschulstandort Kelz“, betont Bürgermeister Joachim Kunth (CDU). Am Dienstag kann die Politik für das große Baugebiet in Kelz die Neuaufstellung des Bebauungsplanes und eine Änderung des Flächennutzungsplanes in Gang setzen. Wenn im Verfahren alles glatt läuft, könnten im Frühjahr 2019 die ersten Grundstücke baureif sein. Der Bodenrichtwert für Kelz liegt bei 90 bis 100 Euro pro Quadratmeter.

„Die Nachfrage nach Bauland in der Gemeinde ist ungebrochen hoch“, sagt Kunth, der sich natürlich über die Entwicklungen in seiner Kommune freut. Einheimische, aber auch Menschen aus der weiteren Umgebung wie Köln würden sich für Grundstücke in Vettweiß interessieren. Wichtig findet Kunth es, einen guten Mix zu finden. Die Grundstücke, die die Gemeinde veräußert, müssen binnen drei Jahren bebaut werden. So wird verhindert, dass junge Leute vergeblich Bauland suchen, während andere bloß Kapital anlegen.

„Bei den privaten Investoren haben wir darauf aber keinen Einfluss“, erklärt Kunth. In Disternich will die Gemeinde das letzte von zwölf Grundstücken bald verkaufen. Damit sind innerhalb von zwei Jahren alle Grundstücke weg, in Vettweiß wartet das Baugebiet „An der Streuobstwiese“ bereits auf eine Erweiterung.