Interview mit Jesse Muambay von Fortuna Köln II (Frauen)

Jesse Muambay im Interview : „Der Kontakt zu Fortuna war immer da“

Im Interview hat unser Mitarbeiter Kevin Teichmann mit Jesse Muambay (29), Fußball-Trainer von Fortuna Köln II (Frauen), gesprochen.

Im Sommer sind Sie nach dem Wiederaufstieg mit SoccerLife Düren in die Frauen-Bezirksliga plötzlich zum Fußball-Mittelrheinliga-Team von Fortuna Köln gewechselt. Was empfinden Sie mit Rückblick auf Ihre Zeit in Düren?

Jesse Muambay: Erst einmal möchte ich mich bei SoccerLife Düren bedanken, das mir überhaupt die Möglichkeit gegeben hat, das Team trotz Abstiegs zusammenzustellen und zu formen. Ich habe dort sehr gute Rahmenbedingungen gehabt. Dadurch, dass es ein reiner Frauen-Fußballverein ist, waren wir auf der Anlage des PFSV, der selbst schon länger keine eigene Fußball-Mannschaft mehr stellt, alleine. Der Verein hat mir die Chance gegeben, meine ersten Erfahrungen als Cheftrainer zu sammeln. Dafür bin ich ewig dankbar.

Wie kam der Kontakt und schließlich der Wechsel zu Fortuna II zustande?

Muambay: Bei Fortuna habe ich vor vier Jahren bei den U-17-Mädels angefangen und stieg mit ihnen in die U-17-Regionalliga West auf. Nebenbei assistierte ich Thomas Imbach, dem damaligen Trainer der ersten Frauen-Mannschaft in der Regionalliga West im Training. Der Kontakt zu Fortuna war immer da. Schon im Mai wusste ich, dass Fortuna einen Trainer für die Zweite suchte. Im August kam ich mit Achim Stuhr, Frauen-Abteilungsleiter der Fortuna, in Kontakt. Ich versuchte, Bekannte von mir, die Trainer mit viel Erfahrung sind, zu überzeugen. Leider scheiterte es. Ich erklärte mich letztendlich bereit, die Herausforderung anzunehmen – da ich die Hälfte der Mannschaft ohnehin aus meiner ersten Zeit in Köln kenne. Klar, es war kein guter Zeitpunkt, mitten in der Vorbereitung zu gehen. Aber Fortuna ist eine Top-Adresse! Ich kenne noch viele im Umfeld des Südstadtklubs und bin mit den Jugendtrainern und Fitnesstrainern sehr gut befreundet. Das hat mir auch dabei geholfen, mich hier schnell wohlzufühlen.

Sie haben mit der Mannschaft bislang erst sieben Punkte eingefahren. Woran liegt das?

Muambay: Verletzungen und einer sehr kurzen Vorbereitung mussten wir Tribut zollen. Aber wir werden uns steigern. Wir waren in den meisten Spielen zuletzt immer die bessere Mannschaft. Die Gegner standen tief und konterten eiskalt. Das war auch für mich eine große Umstellung gegenüber der Kreisliga. Mein Kader ist sehr stark, wenn alle fit sind. Mit Nicole Dziwisch und Kathrin Wojtasik haben wir erfahrene Spielerinnen, die bereits in der zweiten Bundesliga gespielt haben.

Was sind Ihre Ziele mit den Kölnerinnen?

Muambay: Ich möchte mit dem Team in der Rückrunde so viele Spiele wie möglich gewinnen – und die Mädels weiterentwickeln.

Und was sind Ihre persönlichen Ziele als Trainer?

Muambay: Ich bin ein noch sehr junger Trainer und muss noch einiges dazulernen. Die Frauen-Regionalliga oder gar die zweite Bundesliga reizen mich sehr. Natürlich möchte ich im Fußball auch einmal bei den Männern als Cheftrainer arbeiten. Das Ausland ist dabei schon immer mein Ziel gewesen. In Spanien und England wird einfach anders Fußball gespielt, gelernt und verstanden. Zunächst einmal backe ich aber kleine Brötchen und mache meine B-Lizenz im März 2019 in Duisburg-Wedau.

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