Interesse an Europawahl im Kreis Düren scheint stark

Starkes Interesse an Europawahl : Überraschend hohe Zahl an Briefwahl-Anträgen im Kreis Düren

Das Interesse an den Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai scheint im Kreis Düren nicht gering zu sein – im Gegenteil. Die Zahl der Briefwahlanträge in Düren, Kreuzau und Niederzier liegt schon zehn Tage vor dem Urnengang über der von 2014 und hat sich gegenüber 2009 fast verdoppelt, wie unsere Zeitung bei Stichproben in diesen großen Kommunen feststellte.

Niederziers Hauptamtsleiter Bernd Scheidweiler war selbst überrascht. Bis Donnerstag lagen im Rathaus der Gemeinde von den 11.126 Wahlberechtigten bereits 1769 Briefwahlanträge für die Europawahl am 26. Mai vor. Das sind bereits fast so viele wie vor fünf Jahren. Damals nutzten in der Gemeinde Niederzier 1787 Bürger das Recht auf Briefwahl, allerdings fand die Europawahl seinerzeit parallel zur Kommunalwahl statt, was sich sicherlich positiv auf die Wahlbeteiligung ausgewirkt haben dürfte.

Zum Vergleich: Im Jahr 2009 zählte die Gemeinde Niederzier bei der Europawahl lediglich 868 Briefwähler, knapp acht Prozent der Wahlberechtigten. Im Vergleich 2009/2019 hat sich der Prozentsatz in der Gemeinde Niederzier schon jetzt verdoppelt. Ob diese Entwicklung allein auf den seit Jahren bei allen Wahlen erkennbaren Trend hin zur Briefwahl zurückzuführen ist oder aber ein Indiz dafür, dass die Bedeutung der Wahl zum Europäischen Parlament im Bewusstsein größerer Teile der Bevölkerung angekommen ist, lässt sich zwar schwer sagen, wäre aber wünschenswert, wie auch der in Kreuzau zuständige Dezernatsleiter Guido Steg betont.

Dort hat bereits knapp jeder fünfte der 14.485 Wahlberechtigten Briefwahl beantragt – genau 2846 Anträge lagen bis Donnerstag vor (19,65 Prozent). Und damit liegt der Wert sogar noch deutlich über dem der kombinierten EU- und Kommunalwahl im Jahr 2014. Damals zählte die Gemeinde „nur“ 2261 Briefwähler, bei der EU-Wahl im Mai 2009 waren es gar nur 1144.

Und wie sieht es zehn Tage vor der EU-Wahl in der Stadt Düren aus? 2009 nutzten in der größten Stadt entlang der Rur 4901 Wähler (7,56 Prozent) die Chance, vorab ihre Stimme abzugeben, 2014 im Sog der Kommunalwahl waren es 12,4 Prozent oder 7902 der 64.241 Wahlberechtigten. Bis Donnerstag hatten 9026 Dürener ihre Wahlunterlagen bereits beantragt. Das sind 14,3 Prozent der knapp 63.000 Wahlberechtigten und damit doppelt so viele 2009. Damit deutet vieles darauf hin, dass die Wahlbeteiligung am 26. Mai deutlich über der der vergangenen EU-Wahlen liegen könnte. Kreisweit lag die Wahlbeteiligung 2014 bei 53,8 Prozent, 2009 bei 42,5 und 2004 bei 41 Prozent.

Briefwahl kann im Übrigen bis zum 24. Mai, 18 Uhr beantragt werden. Danach ist der Antrag nur noch bei nachgewiesener plötzlicher Erkrankung möglich und das auch nur bis zum Wahltag um 15 Uhr.

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