Düren/Hambach: Initiative Friedensplan: „Keine Rodung vor Abschluss der Kohlekommission“

Düren/Hambach : Initiative Friedensplan: „Keine Rodung vor Abschluss der Kohlekommission“

Vor mehr als zwei Jahren war die Initiative Friedensplan, ein breites Spektrum gesellschaftlicher und kirchlicher Gruppierungen, angetreten, den zum Teil gewaltsam ausgetragenen Konflikt um den Erhalt der letzten Reste des Hambacher Forsts im Dialog mit Tagebaubetreiber RWE Power zu entschärfen.

Seitdem wurden mehrere Gespräche geführt, phasenweise herrschte auch Funkstille, teilt die Initiative mit. Ergebnisse wurden nicht erzielt. Dafür gibt die Initiative RWE Power die Schuld. „Die RWE-Vertreter ließen zu keinem Zeitpunkt erkennen, dass das Unternehmen auch nur ansatzweise zu konstruktiven Lösungen beitragen wolle“, bedauert Walter Mörsch vom Katholikenrat für die Region Düren. Vielmehr sei immer wieder auf die genehmigten Abbaugrenzen und die Notwendigkeit weiterer Rodungen verwiesen worden, die aber von der Initiative angezweifelt werden.

„Ein zwei- bis dreijähriger Rodungsstopp wäre überhaupt kein Problem“, ist Walter Jordans vom BUND überzeugt. Zudem sei immer wieder der Vorwurf erhoben worden, die Initiative toleriere die Anwendung von Gewalt, was Gertraud Eberius (Evangelische Kirche/BUND) und Irene Mörsch (Katholikenrat) entschieden zurückweisen.

Die Initiative hat die aus ihrer Sicht „fruchtlosen Gespräche“ daher beendet. Mit Blick auf die am 1. Oktober beginnende Rodungssaison, in der RWE Power seine im vergangenen Herbst abgebrochenen Arbeiten fortsetzen will, befürchtet sie jedoch eine Eskalation der Gewalt. „Ich rechne damit, dass Hunderte gewaltbereite Radikale anreisen werden“, erklärt Walter Mörsch.

Um das zu verhindern, fordert die Initiative daher einen neuerliche Aufschub der Rodungen — solange, bis die Kohlekommission in Berlin Ergebnisse zum schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle erarbeitet hat, betont Bruno Voß (Grüne). Es wäre unverantwortlich, vor Abschluss der Gespräche mit dem Roden des Forstes Fakten zu schaffen. „Bis zu einem Ergebnis der Kommission gibt es kein politisch-legitimiertes Mandat, weitere Teile des Waldes zu roden“, ergänzt seine Parteifreundin Verena Schloemer. Um ein neues Moratorium zu erreichen, will die Initiative Friedensplan nun das Gespräch mit den politischen Entscheidungsträgern im Bund und im Land suchen.

(ja)
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