Indesee: Wie sind die Baupläne rund um den Tagebau Inden?

Indeland : Der Wunsch vom Haus am Indesee

Schon vor einigen Jahren hat die Indeland-GmbH begonnen, Ideen für das Gebiet um den Tagebau zu entwickeln. In einem Katalog legt die Gesellschaft jetzt dar, was sie sich in der Seeregion wünscht.

Die Indeland-GmbH hat sich schon vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, Ideen für das Gebiet um den Tagebau Inden zu entwickeln. Was anfangs als Vision belächelt wurde, entwickelt spätestens nach den Beschlüssen in Berlin und dem voraussichtlich schnellerem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung eine neue Dynamik. „Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt“, sagt der Indeland-Geschäftsführer Jens Bröker. Was er damit meint, steht im Fachbeitrag für die Bezirksregierung Köln.

Dass das 108 Seiten starke Buch als Version 2.0 bezeichnet wird, zeigt, dass man sich schon länger mit den Zukunftsthemen beschäftigt. Oder um es mit Brökers Worten zu sagen: „Das Indeland hat sich auf den Weg gemacht.“ Der 59-Jährige dürfte aus vielen Gründen in den kommenden Monaten einen proppenvollen Terminkalender haben: In der Zukunftsagentur Rheinisches Revier leitet er als Sprecher die Gruppe „Agrobusiness und Ressource“. Konkret diskutieren Fachleute in diesem sogenannten Revierknoten, wie man im Rheinischen Revier die neuen Formen der Landwirtschaft, der Bodenaufbereitung und der Bauwirtschaft umsetzt. Die Indeland-GmbH hat in diesem Bereich mit den Faktor-X-Siedlungen  in Inden und Eschweiler erste Erfolge zu vermelden.

Vom Grundsatz her beschreibt der Fachbeitrag, welche Entwicklungen sich die Anrainerkommunen des Tagebaus Inden wünschen; lediglich die Stadt Düren gehört nicht der Gesellschaft an. Dafür haben mehrere Workshops und Abstimmungsprozesse stattgefunden. „Wir haben natürlich auch die Wechselbeziehungen mit dem Umland im Auge“, sagt Bröker. Da in den Ballungszentren der Platz knapp wird, erhofft man sich im Dreieck zwischen Aachen, Düsseldorf und Köln einen Schub sowohl für Gewerbegebiete als auch für neue Wohngebiete. Dies passt zur Wachstumsstrategie des Kreises Düren, für den Bröker inzwischen die Stabsstelle Strukturwandel leitet. Der Kreis will im Jahr 2030 mehr als 300.000 Einwohner zählen.

„Keine Wasserstandsmeldung“

Ob diese Strategie erfolgreich ist, hängt in besonderem Maße von den Beschlüssen der Bundesregierung ab. Grundsätzlich wollte Bröker zu den Entwicklungen keine „Wasserstandsmeldungen abgeben“, sondern erst eine Entscheidung kommentieren. Aber seit den Beschlüssen der Kohlekommission scharren nicht nur die Verantwortlichen im Kreis Düren mit den Hufen: 14,8 Milliarden Euro sollen bis zum Jahr 2038 ins Rheinische Revier fließen – das weckt Hoffnungen und Begehrlichkeiten. Grundsätzlich betont Bröker, dass man das Geld nur in Projekte stecken dürfe, die „nachhaltig“ seien und letztlich auch neue Arbeitsplätze generieren würden.

Entscheidenden Einfluss hat auch die Regionalplanung, für die der aktuelle Fachbeitrag bestimmt ist. Die Bezirksregierung will die Eckpunkte für die kommenden 15 bis 20 Jahre setzen. Das Rheinische Revier und damit auch das Indeland sollen zur Sonderzone werden. Vor allem sollen die Planverfahren beschleunigt werden. Bröker sieht an dem Punkt eine Schwierigkeit: „Das derzeitige System bietet vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung, aber auch der Einsprüche.“ Er sei skeptisch, wie man eine Beschleunigung und gleichzeitig eine ausreichende Beteiligung aller Betroffener in Einklang bingen könne.

Grundsätzlich will das Indeland als Modellregion verstanden werden – für neue Formen der Mobilität, für neue Energie- und Wirtschaftsformen, für neue Wohnsiedlungen und Landwirtschaft. Zugleich soll der Indesee die Möglichkeit bieten, auch touristisch zu punkten. Wichtig ist Bröker, dass ein regionaler Konsens geschaffen wird: „Der Strukturwandel muss von innen heraus gestaltet werden“, lautet sein Credo. Dies geschieht auch über die Arbeitsgruppen im Rheinischen Revier: Im Dezember wollen sie Ergebnisse liefern, die diskutiert und dann im Sommer 2020 beschlossen werden sollen.