Düren: In Via schließt Standort in der Schulstraße

Düren: In Via schließt Standort in der Schulstraße

Der Verein Katholische Mädchensozialarbeit für die Region Düren-Jülich, In Via, muss seine Geschäftsstelle samt Werkstatt in der Schulstraße schließen. Elf Arbeitsplätze sind betroffen.

Seit 1993 engagiert sich In Via in einem integrativen Hilfesystem für wohnungslose, sozial benachteiligte, langzeitarbeitslose und psychisch kranke Menschen. Der Verein unterhält weiterhin die Obdachlosenunterkunft in der Dechant-Bohnekamp-Straße, eine weitere in Jülich, die Bahnhofsmission und das Cafe Lichtblick in der Dürener Friedrichstraße. Bislang waren rund 50 Personen bei In Via beschäftigt, allerdings nicht alle in Vollzeit.

Träger von Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt ist In Via seit 2001. Gemeinsam mit der Job Com des Kreises Düren und dem Landschaftsverband Rheinland bereitete man die Menschen darauf vor, in weiterführenden Qualifizierungsmaßnahmen wie etwa beim Nachholen eines Schulabschlusses zu bestehen.

„Im Jahr 2010 begleiteten wir noch rund 60 Teilnehmer durch die verschiedenen Maßnahmen“, zog die In Via-Vorsitzende, Sieghild von Gagern, am Dienstag Bilanz. Nach der Kürzung von Zuschüssen durch die Bundesregierung waren es im Jahr drauf nur noch halb so viele Teilnehmer, im Jahr 2012 gab es nur noch Mittel von der Job Com für 15 Betroffene. Und jetzt reicht das Geld nicht mehr für Personal, Miete und Nebenkosten in der Schulstraße. Am 30. Juni wird das Haus geschlossen.

Im Jahr 2013 werde der Vorstand intensiv an der Neuausrichtung und Stärkung des Kerngeschäftes Wohnungslosenhilfe sowie einer neuen Geschäftsstelle arbeiten. „Wir haben die Bundesregierung schon 2011 darauf hingewiesen, dass die Mittelkürzungen Konsequenzen haben werden“, ist die Vize-Vorsitzende, Liesel Koschorreck, enttäuscht. „Das lässt Menschen hinten runter fallen, die die geringsten Chancen haben, in unserer Gesellschaft wieder eingegliedert zu werden.“ Die Schließung des Standortes sei natürlich vor allem hart für die betroffenen Mitarbeiter. Koschorreck: „Wir haben uns bemüht, aber es ging einfach nicht mehr.“

In Via betreibt auch den Dorfladen im Dürener Grüngürtel. Der Laden habe „die Zielmarke noch nicht erreicht“, sagte Vorstandsmitglied Werner Vermeegen am Dienstag. Will heißen: Soll der Laden langfristig weiter geführt werden, muss er auch von den Bewohnern des Grüngürtels zum Einkauf genutzt werden. Ein weiteres Verlustgeschäft kann sich In Via nicht mehr leisten.

(oha)
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