Vettweiß: In Vettweiß entwickelt: Kohlereinigung per Mikrowelle

Vettweiß: In Vettweiß entwickelt: Kohlereinigung per Mikrowelle

Muss man benutzte Filterkohle teuer entsorgen oder kann man sie reinigen und erneut benutzen? Das Vettweißer Unternehmen Carbon Service and Consulting GmbH (CSC) entwickelt derzeit ein Reinigungsverfahren. Für das Forschungsvorhaben gibt es finanzielle Unterstützung aus dem Forschungsministerium des Bundes in Höhe von 201.000 Euro.

Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel überreichte den Firmeninhabern Dr. Wolfgang Esser-Schmittmann und Simone Schmitz am Mittwoch den Zuwendungsbescheid.

Filterkohle wird derzeit in vielfältigen Bereichen eingesetzt: in großen Stahlwerken genauso wie in der Trinkwasseraufbereitung, in Schwimmbädern, Kläranlagen oder Krematorien. CSC (33 Mitarbeiter) liefert jährlich über 16.000 Tonnen Aktivkohle in die ganze Welt. Allein in Deutschland hat sich der Aktivkohleverbrauch in den letzten Jahren fast verdoppelt.

Produziert wird der Filterstoff allerdings kaum bei uns, sondern größtenteils in so genannten Schwellenländern. „Um eine Tonne Aktivkohle zu erhalten, müssen fünf Tonnen Rohstoffe eingesetzt werden“, rechnete Dr. Esser-Schmittmann am Mittwoch vor. Da habe die Idee nahe gelegen, die Kohle gleich am Einsatzort zu reinigen und erneut zu verwenden. Unter Einsatz von Mikrowellen gelinge es, die Kohle von den aufgenommenen Schadstoffen zu befreien, so Esser-Schmittmann.

Von 8000 Tonnen belasteter Aktivkohle blieben am Ende nur 200 Tonnen Stoffe übrig, die dann tatsächlich entsorgt werden müssten. Alles Übrige lasse sich erneut einsetzen. Dr. Esser-Schmittmann: „Bei der Regeneration der Aktivkohle muss nur wenig Energie eingesetzt werden und es entstehen nur geringe Abgase.“ Drei Millionen Euro hat CSC bereits in das Projekt investiert.

Beteiligt ist das Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen. „Wir hoffen, dass am Ende des Weges Lösungen stehen, die uns helfen, Probleme im Sinne der Umwelt zu lösen“, sagte Professor Dr. Johannes Pinnekamp am Mittwoch. Thomas Rachel zeigte sich erfreut, im Rahmen der Fördermaßnahme ein kleines mittelständisches Unternehmen unterstützen zu können.

(oha)