In Merken demonstrieren 300 Bürger gegen linke Gewalt

Demo gegen Anti-Kohlebewegung : Straftaten nicht länger unwidersprochen hinnehmen

Rund 300 Bürger auch aus umliegenden Orten sind am Freitagnachmittag in Merken einem Aufruf des kurzfristig gegründeten „Bündnisses gegen Extremismus und Gewalt“ gefolgt, um gegen die gewalttätigen Auswüchse des Anti-Kohle-Protests im Hambacher Forst zu demonstrieren.

„Wenn das Protestcamp auf der nahen Ruraue stattgefunden hätte, wären sicherlich mehr Teilnehmer gekommen“, war Mitorganisator Rudolf Schwalbach überzeugt. Die Demo kurzfristig abzusagen stand aber für das bürgerliche Bündnis nie zur Disposition, zumal niemand verlässlich sagen könne, ob nicht auch der nahe Tagebau Inden einmal zum Ziel der Braunkohlegegner wird – am Wochenende oder in naher Zukunft – und damit auch die Merkener und Indener direkt involviert wären, betonte Schwalbach.

„Wir wollten die Leute darauf aufmerksam machen, dass wir nicht länger dulden wollen, was in Manheim und Morschenich seit sechs Jahren passiert“, betonte der Bezirksausschussvorsitzende und Demonstrationsanmelder Horst Knapp. „Und wir wollten auf die Belastungen und die Angst aufmerksam machen, mit denen die Bewohner dort tagtäglich leben müssen.“

Wie das aussieht, schilderten einige direkt betroffene Anwohner nach einem kurzen Demonstrationszug durch den Ort auf dem Dorfplatz. Da war von zerstochenen Reifen und einem Wegekreuz, das für eine Barrikade herhalten musste, die Rede und von vermummten Aktivisten, die nicht nur durch die beiden Umsiedlungsorte Manheim und Morschenich ziehen.

„Wenn man abends an der S-Bahnhaltestelle plötzlich neben 15 schwarz gekleideten und vermummten Gestalten sitzt oder im Supermarkt zwischen die Fronten gerät, hat man einfach nur Angst“, berichtete auch eine junge Buirerin. Horst Knapp sprach mit Blick auf die Übergriffe auf Polizisten und RWE-Mitarbeiter in den vergangenen Wochen und Monaten von einem linksautonomen Kern, der „unsere Gesellschaftsform ablehnt und unter dem Deckmantel der Klimabewegung permanent Straftaten begeht.“

Mit der Demo am Freitag will es das neue Bündnis nicht bewenden lassen. Schon am Dienstag will man an einem Schweigemarsch in Alt-Manheim teilnehmen.

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