Mit Apfelbaum die Ehe besiegeln: In Langerwehe entsteht ein Hochzeitswald

Mit Apfelbaum die Ehe besiegeln : In Langerwehe entsteht ein Hochzeitswald

Es ist ein wirklich schönes Symbol: Brautpaare, die in Langerwehe vom Standesbeamten Stefan Hansen oder von Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) getraut werden, können sich ab sofort mit einem Baum im „Hochzeitswald Langerwehe“ verewigen. Die ersten drei Bäume werden Ende Oktober gepflanzt.

Die Idee ist nicht neu. In der Gemeinde Kreuzau hat es ein ähnliches Angebot gegeben, in der Stadt Eschweiler ebenfalls. Der Kreuzauer Hochzeitswald ist mittlerweile allerdings schon wieder Geschichte, weil das Interesse der Brautpaare zu gering war. „Die Idee zu einem Hochzeitswald für Langerwehe kam aus der Politik“, sagt Standesbeamte Stefan Hansen. „Der Ausschuss für Kultur, Naherholung und Umweltangelegenheiten hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, und wir waren auch gleich von der Idee überzeugt.“

Ähnlich sieht das Heinrich Göbbels. „Es ist ein schöner, sehr symbolträchtiger Akt, wenn Brautleute einen Baum pflanzen. Beides, der Baum und die Ehe, muss wachsen. Darüber hinaus freut sich unser Ökosystem, wenn neue Bäume gepflanzt werden.“

Der Hochzeitswald soll auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe des Schlicher Waldes (am Sportplatz) entstehen, ein entsprechendes Hinweisschild wurde bereits aufgestellt. Göbbels: „Das Grundstück liegt sehr schön und gehört der Gemeinde. Deswegen lag es nahe, dort den Hochzeitswald anzulegen.“ Das Grundstück ist rund 2000 Quadratmeter groß und hat Platz für 16 Bäume. Göbbels: „Wir können den Platz aber erweitern, so dass wir Platz für zehn zusätzliche Bäume haben.“

Die Kommunalpolitiker von Langerwehe haben entschieden, Apfelbäume einer alten Sorte anzupflanzen. Stefan Hansen: „Die Bäume werden vom Bauhof der Gemeinde gekauft. Einmal im Jahr soll es einen Termin geben, an dem alle Apfelbäume der Brautleute gepflanzt werden.“ Der Grund für diese Regelung ist schnell erklärt: „Für die Bäume ist es am besten, wenn sie im Herbst gepflanzt werden“, sagt Hansen. „Deswegen machen wir das.“

Zwischen 55 und 80 Euro

Pro Baum entstehen Kosten zwischen 55 und 80 Euro, die das Brautpaar tragen muss. „Dafür können die Paare aber natürlich irgendwann auch ihre eigenen Äpfel ernten“, erklärt der Standesbeamte. Die Resonanz bei den Brautpaaren sei durchweg positiv, ergänzt Hansen. Gleichwohl sind drei Bäume für den Hochzeitswald bei rund 70 Trauungen in Langerwehe pro Jahr nicht viel.

„Das stimmt“, sagt Bürgermeister Göbbels. Einige Brautpaare würden die Kosten für die Bäume abschrecken, andere hätten schon ein eigenes Haus und würden den Baum lieber im eigenen Garten pflanzen. „Beides ist nachvollziehbar“, sagt Göbbels, „aber es ist ja überhaupt nicht schlimm, wenn es einige Zeit dauert, bis aus den einzelnen Bäumen ein richtiger Hochzeitswald entsteht. Wir wollen auf jeden Fall an diesem Projekt festhalten.“

Mehr von Aachener Nachrichten