Düren: In Georg Büchners Welt gibt es keine Moral

Düren: In Georg Büchners Welt gibt es keine Moral

Im Haus der Stadt in Düren tritt am Mittwoch, 30. März, die Junge Bühne Bonn auf. Gegeben wird das Stück „Woyzeck” nach Georg Büchner. Beginn der Aufführung ist um 17 Uhr.

Franz Woyzeck, ein einfacher Soldat, ist arm und ungebildet, tut brav seinen Dienst und verdient sich als Barbier und als Versuchsobjekt für medizinische Experimente etwas dazu, um seine Freundin Marie und das gemeinsame Kind über Wasser zu halten. Und wird von allen verhöhnt, ausgelacht und gedemütigt.

Marie träumt von einem besseren Leben und ein bisschen Glück und lässt sich mit dem Tambourmajor ein, der ihr im Gegensatz zu Woyzeck all dies bieten kann. Als Woyzeck davon erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er dreht durch, hört Stimmen und besorgt sich ein Messer.

In Georg Büchners Welt gibt es keine Moral und keine Gerechtigkeit, nur fressen und gefressen werden, Gewinner und Verlierer, Täter und Opfer. Und man bleibt, was man nun mal ist oder, um mit Büchner zu sprechen, „es liegt in niemands Gewalt, kein Dummkopf oder kein Verbrecher zu werden”.

Ausbeutung und Benachteiligung

Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen der Gegenwart, die weltweiten Auswüchse an ökonomischer Ausbeutung und struktureller Benachteiligung und die Folgen - wie neue Armut und soziale Verelendung - wird man zugeben, dass Büchners düstere Weltbeschreibung zunehmend an Aktualität gewinnt. Die Junge Bühne Bonn findet mit Sprache, Bewegung und Musik Bilder und Stimmungen für das, was Franz Woyzeck und Marie bewegt, was sie hoffen und wünschen, was sie erdulden und aushalten müssen.

Dabei verzichtet die Inszenierung auf platte Modernisierung und vertraut auf die Aktualität der Büchnerischen Sprach- und Bilderkraft. Die Veranstaltung ist geeignet für Kinder ab neun Jahren. Einzelkarten kosten 5,50 Euro für Kinder, 7 Euro für Erwachsene zuzüglich 10 Prozent VVG.

Mehr von Aachener Nachrichten