Bürgerstiftung Düren legt ihren Jahresbericht vor: In 16 Jahren rund 357.000 Euro verteilt

Bürgerstiftung Düren legt ihren Jahresbericht vor : In 16 Jahren rund 357.000 Euro verteilt

Die kleine Begebenheit war absolut typisch: „Ah, der Bürgerverein trifft sich“, sagte der ältere Herr, als er Dr. Gisela Hagenau, Manfred Kronenberghs. Gerd Spiess und Dr. Gerhard Vogt in der Stadt traf. „Das ist eine gute Sache.“ Es stimmt zwar, dass die Damen und Herren sich für eine gute Sache engagieren, aber eben nicht in einem Verein.

Hagenau, Kronenberghs, Spiess und Vogt gehören zum Vorstand der Dürener Bürgerstiftung, übrigens der einzigen Bürgerstiftung im Kreis Düren. Obwohl die Bürgerstiftung schon vor 16 Jahren gegründet wurde und nachweislich nachhaltige Arbeit vorrangig in den Bereichen Bildung und Kultur für Kinder und Jugendliche leistet, ist sie längst noch nicht im Bewusstsein aller Menschen im Kreis Düren angekommen. „Wir unterstützen Projekte in der gesamten Region“, sagt Dr. Gisela Hagenau, „sind nicht allein auf die Stadt Düren beschränkt. Uns ist wichtig, dass wir Gruppen und Institutionen eine gewisse Konstanz ermöglichen. Deswegen unterstützen wir häufig auch längerfristig.“

Zu den festen Projekten der Bürgerstiftung Düren gehören das Mentoring-Projekt. Ehrenamtliche betreuen Grundschulkinder und üben mit ihnen lesen und schreiben. Im Rahmen der „SingPause“ bekommen Kinder von zwei Grundschulen zweimal in der Woche 20 Minuten Gesangsunterricht. „Was, wieso, warum?“

Ehrenamtliche Tutoren, die im Bereich Naturwissenschaften arbeiten oder gearbeitet haben, vermitteln Kindern der Klassen drei und vier an sieben Grundschulen Basiskenntnisse in Physik. Das jüngste Projekt der Bürgerstiftung heißt „Deutschlernen mit Musik“ und ist eine Ergänzung des Deutschunterrichtes der Internationalen Klassen für Flüchtlinge. Das Singen fördere den Spaß an der Sprache und helfe, auch die Kinder zu erreichen, die sich noch nicht trauen, in der für sie fremden Sprache zu sprechen.

Dr. Gisela Hagenau, Manfred Kronenbergs, Dr. Gerhard Vogt, Johannes Esser und Gerd Spiess (von links) von Stiftungsvorstand und -rat. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Die Bürgerstiftung hat derzeit rund 110 Stifter, das Stiftungkapital beträgt 665.700 Euro. Manfred Kronenberghs: „Zusätzlich sind wir natürlich noch auf Spenden angewiesen. Wir dürfen nur die Erträge aus dem Stiftungskapital ausgeben, nicht aber das Kapital selbst angreifen. Das ist bei der augenblicklichen Zinslage natürlich schwer.“ Das Kapital sei selbstverständlich stiftungskonform, aber nicht vollkommen risikoarm angelegt. „Anders“, erklärt Kronenberghs, „wäre es nicht möglich, drei Prozent Rendite zu bekommen.“

Im vergangenen Jahr hat die Bürgerstiftung insgesamt Einnahmen in Höhe von 70.476 Euro erzielt, fast 50.000 Euro davon sind Spenden. Demgegenüber standen Förderleistungen in Höhe von Knapp 54.000 Euro. Zum Vergleich: 2017 lagen die Einnahmen der Stiftung bei 49.101 Euro, die Förderleistungen beliefen sich auf rund 44.000 Euro. Insgesamt hat die Bürgerstiftung seit ihrer Gründung eigene und fremde Projekte mit rund 357.000 Euro unterstützt.

Möglich ist diese Arbeit an rund 30 Grundschulen, allein was die eigenen Projekte der Bürgerstiftung angeht, nur Dank der Unterstützung von rund 70 Ehrenamtlern. Hinzukommen noch die Projekte anderer Vereine und Institutionen, die die Bürgerstiftung im Rahmen ihrer jährlichen Projektbörse aussucht und unterstützt.

Die Arbeit der Dürener Bürgerstiftung wird genau wie die Arbeit aller 299 deutschen Stiftungen mit Gütesiegel jedes Jahr von einer staatlichen Stelle genau geprüft. „Es gibt beim Regierungspräsidium in Köln die Stiftungsaufsicht, der wir jedes Jahr sehr detailliert über unsere Arbeit und Finanzen Bericht erstatten.“

Für die Zukunft wünschen sich die Verantwortlichen der Bürgerstiftung weitere Zustiftungen und Spenden. Dr. Gisela Hagenau: „Wer sich bei uns einbringen möchte, kann Geld, Zeit oder Ideen stiften. Und natürlich freuen wir uns über jede Hilfe.“ Und über mehr Bekanntheit. Damit irgendwann alle wissen, was die Bürgerstiftung ist und welche wichtige Arbeit sie leistet.

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