Düren: Im Schnitt gibt es jeden zweiten Tag ein Brand in Düren

Düren: Im Schnitt gibt es jeden zweiten Tag ein Brand in Düren

Die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Düren konnte jetzt Hans-Jürgen Pelzer, Leiter der Feuerwehr, eröffnen. Pelzer zog ein Resümee und hielt fest: Im hauptamtlichen Wehrteil „abwehrender Brandschutz sind wir endlich und Gott sei Dank nach Jahrzehnten bei der gesetzlichen Mindeststärke angekommen, auch nach Europarecht.“

Im Fahrzeugpark laufe die Fahrzeugbeschaffung „weitgehend planmäßig“. Man hinke jedoch noch bei der Beschaffung einer zweiten Drehleiter sowie eines Rüstwagens hinterher. Der Rüstwagen ist Ende des Jahres zu erwarten, momentan stehen beide Fahrzeuge der Feuerwehr nur zur Miete zur Verfügung. Die Miete für die Drehleiter belaufe sich auf 190 Euro täglich.

Einen Rückblick auf Statistiken des Brandschutzdienstes, des Rettungsdienstes und viele weitere Aspekte bot anschließend Johannes Rothkranz, Leiter des Amtes für Feuer- und Zivilschutz. So gab es beispielsweise weniger als die Hälfte an Großbränden in 2012 im Vergleich zum Vorjahr, in Zahlen nur noch vier statt neun. Erschreckend sei, dass in Industrie- und Gewerbebetrieben weitaus mehr Brände verzeichnet wurden als 2011, nämlich 32 statt 21. Andere Werte zeigten kaum merkliche Veränderungen. „Im Schnitt haben wir in Düren jeden zweiten Tag einen Brand“, erklärte Rothkranz. Erfreulich war, dass die Anzahl der Fehlalarme von 398 in 2011 auf 148 im Jahr 2012 sank.

Die Rettungsdienste kommen auf „sieben Rettungswageneinsätzen pro 24 Stunden“. Es fehlen jedoch ein weiterer Rettungswagen und ein Notarzteinsatzwagen. Defizite herrschen noch an anderen Punkten. Als Paradebeispiel nannte Hans-Jürgen Pelzer „das Gerätehaus in Berzbuir“. Dort sei „kein Schulungsraum vorhanden“, ein kleiner Ankleideraum „zum Not-Aufenthaltsraum umfunktioniert“. Pelzer betonte, dass „die wichtigsten Problematiken im Brandschutz der Stadt Düren beseitigt oder weitgehend entschärft werden konnten“. Es sei im letzten Jahr ein „Gefühl der Gleichberechtigung“ zwischen ehrenamtlichem und hauptamtlichem Wehrteil entstanden.

Nach den Ehrungen verdunkelte sich die Miene des Wehrleiters: Ja, es könnte also alles so gut und schön in der Feuerwehr sein, wenn da nicht Personen in der Politik wären, die nach dem Motto handeln: Wir haben keine Probleme, also machen wir uns welche. Pelzer sprach, ohne Personen oder Parteien zu nennen, offenbar von denen, die sich Investitionen für die Feuerwehr in den Weg stellen. Er sprach von „einigen wenigen Personen im Rat der Stadt, die sich ihrer letztendlichen Verantwortung für ihr kommunalpolitisches Handeln gar nicht bewusst“ seien und „ihre damit zwangsläufig verbundene zivilrechtliche Haftung gar nicht kennen oder sogar negieren.“

Die Folgen seien verheerend: „Zusätzliche, überflüssige Kosten, sinnlose Arbeitskraftverschwendung, Überstunden, liegen gebliebene Arbeit, Vertrauensbruch und Motivationsschwund.“ Pelzer erhob weitere Vorwürfe und bezog sich offenbar auf die Miete, die für zwei Fahrzeuge gezahlt werden muss. „Ist es Profilsucht, Egomanie, eine Machtdemonstration oder sogar eine politische Schacherei mit Stimmenmehrheiten? Gegebenenfalls wäre das ein absolutes Unding, dies auf dem Rücken der Feuerwehr und damit zu Lasten der Bevölkerung auszutragen.“

Freundliche Worte für Larue

Er echauffierte sich wegen des finanziellen Mehraufwands, der seines Erachtens nach auf eben diese Kommunalpolitiker zurückzuführen sei. „Können Sie sich vorstellen, dass der Wähler irgendjemandem das Mandat erteilt hat, 230.000 Euro zum Fenster rauszuschmeißen?“

Erfreulich empfand Pelzer hingegen das Engagement von Bürgermeister Paul Larue, der „selbst mit Minderheitsvotum den „Sicherheitsbelangen von Bevölkerung und Einsatzkräften“ Priorität einräume.

Mehr von Aachener Nachrichten