Düren: Im Rausch Frau das Messer in die Brust gerammt

Düren: Im Rausch Frau das Messer in die Brust gerammt

Weil sie einer Bekannten ein Klappmesser tief in die Brust rammte, ist eine 29 Jahre alte Frau aus Düren am Dienstag vom Amtsgericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Das Opfer war sofort ins Krankenhaus eingeliefert worden, deshalb konnte das Leben der 42-Jährigen gerettet werden. Die 29-Jährige stand zur Tatzeit unter Drogen-, Alkohol- und Medikamenteneinfluss.

Opfer und Täterin stammen aus der Dürener Drogenszene und hatten eine kurze Zeit lang zusammen gewohnt. Wie die 29-Jährige vor Gericht gestand, hatte sie ihre Bekannte jedoch Anfang November vergangenen Jahres aus ihrer Wohnung geworfen. Der Grund blieb während der Verhandlung unklar. Am 11. November trafen sich die beiden Frauen in der Drogenszene am Langemarck-Park. Beide sind ohne feste Arbeit und heroinabhängig. Die 42-Jährige befindet sich derzeit in Methadonbehandlung.

Am Abend ging es dann in die Wohnung der 29-Jährigen, wo das Tatopfer noch eine Tasche abholen wollte. Hier kam es dann zum Eklat. Wie die Angeklagte („Es tut mir leid”) vor Gericht einräumte, ergriff sie irgendwann ein Klappmesser vom Küchentisch und rammte es der 42-Jährigen in die Brust. „Das Blut spritzte aus der Wunde”, erinnerte sich das Opfer bei seiner Aussage. Die 29-Jährige sei dann selbst erschrocken gewesen und habe den Notarzt alarmiert. Die Polizei kam gleich mit und setzte die Täterin fest.

Wie der Sachverständige vor Gericht erläuterte, hatte die 29-Jährige zum Tatzeitpunkt einen Alkoholspiegel von 2,49 Promille im Blut. Hinzu kamen Anteile von Heroin und eines starken Beruhigungsmittels. Die Angreiferin habe zwar verlangsamt reagiert und eine verwaschene Sprache gehabt, sie sei aber noch voll orientiert gewesen, so der Experte.

Strafverschärfend sei, dass die Angeklagte schon zwölf Vorstrafen für Drogenbesitz über Diebstahl bis zur Körperverletzung vorweisen könne, trug Staatsanwalt Lutz Dirksen vor. Dem gegenüber stehe die verminderte Schuldfähigkeit wegen des Alkohol- und Drogenkonsumes am Tattag. Der Staatsanwalt forderte drei Jahre Haft. Zwei Jahre auf Bewährung schlug der Anwalt der Beschuldigten vor. Mit dem Hinweis, dass sich seine Mandantin derzeit um eine Drogentherapie bemühe. Das Gericht entschied auf zwei Jahre, sechs Monate ohne Bewährung. Richter Hans Georg Wingen zur Angeklagten: „Wenn Sie noch etwas Verstand haben, dann beginnen Sie in dieser Zeit eine Therapie, um von diesem Zeug endlich los zu kommen.”