Düren: Im Kreisverkehr kracht es oft

Düren : Im Kreisverkehr kracht es oft

Während außerhalb geschlossener Ortschaften „nicht angepasste Geschwindigkeit” die Unfallursache Nummer Eins ist, führen innerorts vielfach schlichte Unachtsamkeit, Fehler beim Abbiegen und Missachtung der Vorfahrt zu Verkehrsunfällen.

Je größer dabei die Verkehrsdichte, desto mehr passiert. So ist es kein Wunder, dass in Düren der Friedrich-Ebert-Platz die Liste der Unfallhäufungspunkte mit weitem Abstand anführt. Polizei und Stadtverwaltung versuchen nach Kräften, diesen Problembereich zu entschärfen.

Zwischen 30.000 und 40.000 Fahrzeuge am Tag passieren den großen Kreisverkehr, der wegen dieser immensen Belastung eigentlich nicht groß genug ist. In den Friedrich-Ebert-Platz münden die Schoellerstraße, die Euskirchener Straße, die Kölner Landstraße, die Kreuzstraße und die Kölnstraße. Als Einbahnstraßen führen zusätzlich die Binsfelder Straße und die Girbelsrather Straße und die Merzenicher Straße vom „Kreisel” weg - wahrlich ein Verkehrsknotenpunkt, der diese Bezeichnung verdient. Klar, dass es deshalb dort häufiger kracht als irgendwo sonst in der Stadt.

Abgesehen von den zahlreichen Karambolagen, bei denen „nur” Sachschäden entstand, ereigneten sich in den Jahren 2007 und 2008 auf dem Friedrich-Ebert-Platz 16 Unfälle, bei denen ebenso viele Menschen verletzt wurden, drei davon schwer. Schauplätze waren vor allem die Fußgängerüberwege an den Straßeneinmündungen. Einige Fahrradfahrer erwischte es vor allem an der (zweispurigen) Einmündung der Euskirchener Straße. Polizei und Stadt haben daraus Konsequenzen gezogen: Vor dem Überweg aus Richtung des kleinen Parkplatzes wurden Gitter aufgestellt, so dass Radler hier wohl oder absteigen müssen (was viele vorher eben nicht taten).

„Radfahrer absteigen”-Schilder gibt es an allen Einmündungen, meistens auch noch mit dem gleich lautenden Text am Boden ergänzt. Ein interessantes Phänomen: An der Einmündung der Kreuzstraße in den Kreisverkehr klappt es ganz hervorragend mit dem „Reißverschlusssystem”, was man von den anderen Einmündungen nur mit Einschränkungen sagen kann.

Dass man den Kreisverkehr seit einigen Jahren jeweils nur auf einer Spur verlassen kann sowie durchgezogene Linien (also Überholverbot) kurz vor den Ausfahrten sind weitere Maßnahmen, die zu einer erheblichen Senkung der Unfallzahlen geführt haben.

Trotz aller Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit wird der Friedrich-Ebert-Platz noch eine ganze Weile ein Gefahrenpunkt bleiben. Eine deutliche Entschärfung ist erst dann zu erwarten, wenn die östliche Stadtumgehung (B56n) gebaut worden ist. Und darüber werden wohl noch einige Jahre ins Land gehen.

Ein anderer problematischer Unfallhäufungspunkt in der Stadt ist die Kreuzung Valencienner Straße/Bahnstraße (in zwei Jahren 13 Unfälle mit Verletzen) - das heißt, er war es. Seit nämlich eine veränderte Ampelschaltung auf beiden Seiten das Linksabbiegen aus der Bahnstraße erleichtert, ist an dieser Stelle kaum noch etwas passiert.

Franz-Josef Simon vom städtischen Tiefbauamt, das auch für solche Fragen zuständig ist: „Dieses Beispiel zeigt: Manchmal kann die Sicherheit mit relativ simplen Mitteln erheblich erhöht werden.”

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