Kreis Düren: Im Kreis Düren fehlen Kurzzeitpflege-Plätze

Kreis Düren : Im Kreis Düren fehlen Kurzzeitpflege-Plätze

In allen Städten und Gemeinden des Kreises Düren werden im kommenden Jahr 3128 stationäre Pflegeplätze gebraucht — derzeit gibt es 2832 solcher Plätze in den Kommunen von Heimbach bis Titz. Das ist ausreichend, sagt der aktuelle Pflegebedarfsplan.

Für die 15 Kommunen prognostiziert der Plan für 2019 folgende Situation: In Düren (3 zu viel), Heimbach (44), Nideggen (172), Niederzier (20), Nörvenich (117) und Titz (36) ist das Angebot für stationäre Pflegeplätze mehr als ausreichend. In Inden (34 zu wenig), Jülich (166), Kreuzau (178), Langerwehe (58), Linnich (6), Merzenich (32) Hürtgenwald (33), Aldenhoven (78) und Vettweiß (3) ist es zu knapp.

Der Pflegebedarfsplan ist seit 2014 gesetzlich vorgeschrieben. Für den Kreis hat das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) aus Köln diesen Plan erstellt und vorher mit Verwaltung und Politik umfangreiche Kriterien dafür erarbeitet. So soll es beispielsweise pro 100 Menschen, die älter sind als 80 Jahre, in jeder Kommune fünf betreute Wohnungen geben.

Darüber hinaus fordert der Plan 6,7 Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten, drei Tagespflegeplätze, 1,5 Kurzzeitpflegeplätze und 19 stationäre Plätze — immer für 100 Männer und Frauen, die älter sind als 80 Jahre. „Das ist ein realistisches Alter, in dem Menschen vermehrt hilfebedürftig sind“, erklärt Maria Kaptain, die Leiterin des Kreis-Sozialamtes.

Nah am Wohnort bleiben

Dass es zum Beispiel in Nideggen im nächsten Jahr voraussichtlich 172 stationäre Pflegeplätze zu viel gibt, bedeutet nicht automatisch, dass dort kein neues Seniorenheim mehr gebaut werden darf. Es bedeutet aber sehr wohl, dass es dort keine sogenannte verbindliche Bedarfsplanung mehr gibt. Jutta Bensberg-Horn, Sachgebietsleierin Pflege beim Kreis Düren, erklärt: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Menschen auch im Alter in der Nähe ihres Wohnortes bleiben wollen. Es hat früher mit potenziellen Betreibern von Seniorenheimen eine sogenannte verbindliche Pflegebedarfsplanung gegeben. Das heißt, es hat Gespräche mit dem Landschaftsverband, dem Träger und Architekten gegeben. So eine Planung dürfen wir dort, wo es keinen Bedarf für neue stationäre Pflegeplätze gibt, in Zukunft nicht mehr anbieten.“

Der Grund ist schnell erklärt: Überall da, wo der Bedarf an Pflegeplätzen gedeckt ist, gibt es keine Refinanzierung der Investitionskosten durch den Kreis. „Damit ist der Neubau einer Senioreneinrichtung für viele Träger nicht mehr interessant“, erklärt Bensberg-Horn. Es habe in der jüngerer Vergangenheit immer wieder Anfragen möglicher Träger gegeben: „Wenn wir erklärt haben, dass es in der betreffenden Kommunen derzeit keinen Bedarf an Pflegeplätzen gibt, sind wir gar nicht weiter ins Gespräch gekommen. Wir bieten Beratung nur noch dahingehend an, was nötig und was sinnvoll ist.“ Für die bestehenden Einrichtungen, ergänzt Kaptain, gebe es Bestandsschutz — auch in den Kommunen, wo es mehr Plätze gibt als erforderlich ist.

Gebraucht werden im Kreis Düren Kurzzeitpflegeplätze. Bensberg-Horn: „Es gibt im gesamten Kreis nur zwei Einrichtungen, die ausschließlich Kurzzeitpflegeplätze anbieten. Da ist der Bedarf deutlich höher.“ Zwar würden die meisten Senioreneinrichtungen auch einige Kurzzeitpflegeplätze anbieten. „Aber eben nur, wenn es freie Kapazitäten gibt. In diesem Bereich brauchen wir mehr Plätze.“ Das sagt auch der Pflegebedarfsplan. Nur in Heimbach, Linnich und Nideggen gibt es genug Kurzzeitpflegeplätze, in allen anderen Kreiskommunen fehlen insgesamt 94 Plätze dieser Art. „Für Kurzzeitpflegeeinrichtungen bieten wir deswegen auch eine Bedarfsplanung an“, sagt Bensberg-Horn.

Grundsätzlich sind Maria Kaptain und Jutta Bensberg-Horn davon überzeugt, dass der Kreis Düren in Sachen Pflegeeinrichtungen „gut aufgestellt ist“. „Die Menschen sind hier gut versorgt“, sagt Maria Kaptain. „Und dank des Pflegebedarfsplanes ist die Situation für alle Bürger sehr transparent, übersichtlich und nachvollziehbar.“

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