Düren: Im „Komm“ begeistert Stefan Waghubinger als nörgelnder Österreicher

Düren: Im „Komm“ begeistert Stefan Waghubinger als nörgelnder Österreicher

Im Rahmen der „SWD.KOMMedy Abende“ durfte man am Mittwochabend im „Komm“ Stefan Waghubinger kennenlernen. Die Gäste erlebten im ausverkauften Saal mit dem nörgelnden Österreicher einen vergnüglichen Abend.

Irgendwie macht er immer alles falsch, nur fehlt ihm die Einsicht, deshalb ist er ziemlich schlecht gelaunt. Zu Hause hat es eine Auseinandersetzung gegeben, denn er hat den Geburtstag seiner Frau vergessen; sie hat dann gesagt, er soll abhauen, das hat er gemacht, nun ist er zum ersten Mal seit vier Jahren in einer Kneipe und trinkt verdrossen sein Bier.

Die Requisiten sind sehr spärlich, Stefan Waghubinger braucht nur einen Barhocker, einen kleinen Tisch, Bierflasche und Glas. Er redet in vorwurfsvollem Ton vor sich hin, als suchte er die Zustimmung des Publikums oder wenigstens Verständnis. Man muss gut zuhören, denn zuweilen nuschelt er ein wenig. Seine Gedanken schweifen ab, beispielsweise zu den Chinesen: In China fällt kein Sack Reis mehr um, Chinesen beschäftigen sich nicht mehr mit Reisanbau, sie arbeiten in Fabriken — ohne Umweltschutz. Und davon wird das Klima warm, bis eines Tages wir den Reis anbauen können.

Dann sinniert er über Pinguine, das waren ja mal Zugvögel, aber etwas dämliche. Sie dachten, wenn sie doppelt so weit nach Süden fliegen, wird’s noch wärmer. Der Klimawandel gibt ihm echt zu denken; wenn der Meeresspiegel ansteigt, ist Holland in Not, und die Tulpen werden teurer.

Er stellt sich vor, wenn man alle Blauwale aus dem Meer fischen würde, dann senkte sich der Meeresspiegel wieder — das sieht man doch, wenn ein dicker Mann aus der Badewanne steigt! Eigentlich weiß er eine Lösung: „Wenn die Natur hier mit uns leben will, muss sie sich halt anpassen.“ Jedoch kommt er nicht von den Problemen mit seiner Frau los, und er lässt das Publikum an seinen Grübeleien teilhaben: Einmal hat er ihr ja was geschenkt. Was Tolles. Er versteht es, eine solche Spannung aufzubauen, dass man den Atem anhält und endlich wissen will, was denn nun das sagenhafte Geschenk war (beispielsweise am 21. Januar könnte man es in Köln im Senftöpfchen erfahren).

Was er macht, macht er langsam und gründlich. Es ist ein großes Vergnügen, seinen Betrachtungen zu den Problemen der Welt zuzuhören. Seine Meinung zum Papst, zur Doppelmoral der Biokost-Kunden oder zum Treiben der Großbanken teilt er in einer etwas quengeligen Art mit, aber mit treffsicherem Witz, und immer wieder wird sein Vortrag vom Lachen des Publikums unterbrochen. In Düren hat er zweifellos seine Fangemeinde vergrößert.

(ale)
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