Düren: Im Hoesch-Museum riecht es nach Kirmes

Düren: Im Hoesch-Museum riecht es nach Kirmes

Ein bisschen riecht es im Leopold-Hoesch-Museum wie auf dem Kirmesplatz. Sofort werden Erinnerungen wach. Es gibt gebrannte Mandeln und Makrönchen. Die „Moppenbude“, die im Rahmen der neuen Ausstellung „Die Kunst der Schausteller. 375 Jahre Annakirmes“ ab Sonntag im Leopold-Hoesch-Museum in Düren zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1935 und gehört Gerd-Willi Cremanns.

Und der wiederum stammt aus einer echten Süßwaren-Dynastie. Und seine Familie ist schon seit Jahrzehnten auf der Dürener Annakirmes vertreten.

„Mein Opa Wilhelm“, erzählt Gerd-Willi Cremanns, „hatte eine Lebkuchenfabrik. Und mein Vater hatte genau diese Bude, die jetzt im Museum steht. Die haben wir original wieder aufgebaut. Mit den Waren, die es damals gab.“ Gummibärchen, schmunzelt der Süßwaren-Experte, seien seinerzeit noch nicht im Sortiment gegeben. „Die gibt es erst seit nach dem Krieg.“ Der Süßigkeitenstand der Familie Cremanns ist aber natürlich nicht das einzige Exponat der Annakirmesausstellung.

Hans-Bert Cremer, Vorsitzender des Schaustellerverbandes: „Wir haben alte Fotos und Kirmesgegenstände zusammengetragen, von denen wir glauben, dass sie die Geschichte der Annakirmes und die Geschichte der Schaustellerei gut darstellen.“ Zu sehen sind beispielsweise Modelle von Fahrgestellen sowie Dokumente Fotografien, die das Kirmesleben veranschaulichen. Eine blaue Schiffschaukel aus dem Jahr 1929 vermittelt den Eindruck von den Vergnügungsmöglichkeiten und dem Komfort, den die Kirmesbesucher im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu erwarten hatten.

Es sei für den Schaustellerverband, so Cremer weiter, eine große Ehre, im Leopold-Hoesch-Museum ausstellen zu dürfen. Gezeigt werden im Rahmen der ansprechenden Schau auch bisher unveröffentlichte Videoaufnahmen von der Annakirmes. Cremer: „Das sind wirklich alte Filme, die wir von Schaustellerkollegen bekommen haben.“

Für Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann ist die Kirmes immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. „Die Jahrmärkte“, so Goldmann, „haben die großen Kriege, Katastrophen, aber auch wirtschaftlichen und technische Fortschritt und letztlich sogar Kunst und Kultur widergespiegelt. Und das wird auch in unserer Schau deutlich.“

Neben der Annakirmesausstellung werden bis Sonntag, 18. August, auch noch die die drei Ausstellungen „Maskeraden. Zeichnungen, Aquarelle und Künstlerbücher von Hans Beckers“, „Silke Leverkühne. grüne Erde an Berg blau“ und „Carl Schneiders. Die Welt an sich.“ im Dürener Museum gezeigt. siehe Kultur

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